Messe Nr. 3 f-Moll (WAB 28) 1868

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Messe Nr. 3 f-Moll (WAB 28) 1868
Soli, vierstimmiger gemischter Chor, Orchester und Orgel

Revisionen 1876, 1877, 1881/83, 1890/93

Erstdruck 1894, bearbeitete Version von Josef Schalk, hrsg. von Max von Oberleithner (Doblinger)
Edition Wöss, "neu revidiert" (1924) (Universaledition Nr. 2898)
AGA XIV (Haas, 1944, 1952)
NGA XVIII (Nowak, 1960; Neuedition Hawkshaw, 2005)
Eulenburg (Hans Ferdinand Redlich, 1967)

Im Gloria hat Bruckner die Takte 170-179 als "vi-de" bezeichnet, sie dürfen also ausgelassen werden, was die meisten Dirigenten auch machen.


Van Zwol Bruckner-Biografie 690ff.


Da Bruckner nach der ersten Fertigstellung 1868 andauernd an dem Werk weiterfeilte - nur die Singstimmen wurden weitgehend belassen - wurde in den diversen Ausgaben nicht die Partitur von 1868 als Ausgangspunkt genommen, sondern die von 1881/83. 1893 bearbeitete Josef Schalk Bruckners Partitur für eine Konzertaufführung; er veränderte stellenweise die Dynamik und die Instrumentierung zwecks größerer Klangeffekte - es gab vor allem mehr Blech und Pauken. Als die Messe 1894 bei Doblinger erscheinen sollte, nahm Bruckner wieder Änderungen vor; der Herausgeber der Partitur, Max von Oberleithner, verarbeitete diese allerdings nicht in Bruckners Originalpartitur, sondern nahm Schalks Bearbeitung als Ausgangspunkt.
Josef Venantius Wöss hat zwar Bruckners Partitur als Ausgangspunkt genommen, aber sie halt "neu revidiert". Dabei hat er in diverse Schichten eingegriffen, vor allem in die Instrumentierung und in die Dynamik. Die für Bruckner typischen scharfen Klangübergänge mit ihren Instrumentenblöcken wurden durch Mischklänge und "weichere" Übergänge abgeschwächt, so dass der Klang manchmal an Brahms erinnert. Auch die Dynamik soll diesem Klangideal entsprechen: Bruckners Akzentzeichen werden eliminiert, statt dessen fügt Wöss eigene Akzentzeichen ein, die zum Zweck haben, die Musik weniger "schroff" wirken zu lassen. Denselben Zweck erfüllen diverse Tempomodifizierungen, die Beschleunigungen oder Verrzögerungen beinhalten, z.B. "nach und nach etwas bewegter": auch hier sollen scharfe Kanten abgeschliffen werden.
Die Partitur von Haas gibt im Prinzip die Fassung von 1881/83 wieder, vermischt diese allerdings an einigen Stellen mit Elementen aus der ersten Fassung und aus der letzten Revision von 1893, so dass das Ergebnis eine 'Mischfassung' wie etwa bei der 2 und der 8. Symphonie ist. Nowak übernahm weitgehend die Haas-Partitur, hat aber in seine Ausgabe Bruckners Änderungen von 1890/93 aufgenommen, mit Ausnahme allerdings einer von Bruckner angeordneten Kürzung im Gloria, die "aus drucktechnischen Gründen" nicht berücksichtigt wurde. Nur im Credo weicht die Fassung von 1893 erheblich von der von 1883 ab. Hawkshaw bietet in seiner Edition beide Fassungen (1883 und 1893), mit der von 1893, da sie Bruckners letzten Willen ausdrückt, als Hauptfassung.





 




Die Aufnahmen im historischen Überblick

Die diskografische Rezeptionsgeschichte der 3. Messe setzt erst nach 1945 ein. Es gibt einen Live-Mitschnitt unter Forster aus 1946, aber davon ist bisher nur ein Fragment mit Rudolf Schock auf CD erschienen; außerdem ist nicht deutlich, ob der Mitschnitt vollständig erhalten ist. Die erste (erhaltene) vollständige Aufnahme ist ein Live-Mitschnitt, stammt aus den USA und entand 1952 unter Stabführung Kesslers. Wenn man seinen Monoklang mit dem von Großmanns Studio-Aufnahme von vielleicht einem Jahr später vergleicht, schneidet die USA-Aufnahme nicht schlecht ab; der Klang ist für eine nicht-professionelle Aufführung aus den 1950ern sehr befriedigend; zwar wirken die lauten Stellen "verstopft", wobei der Klang breiig und gar verzerrt wird (etwa im Kyrie T. 90 oder 97/98 oder ab 104), die Solisten können sich gegenüber dem Chor nur schwer durchsetzen, so dass sich ihre Partie dann schwer verfolgen lässt, aber sonst klingt die Aufnahme natürlich. Der Chor ist vermutlich groß, klingt massiv und wirkt manchmal etwas hallig, etwa im Credo, das sehr akzeptabel klingt, aber nicht 'schön', nicht warm. Der Zusammenklang im Orchester und manchmal im ganzen Ensemble ist nicht immer ausgewogen. Ein Schwachpunkt ist die Dynamik; Kessler beachtet sie, behandelt sich manchmal allerfings ein wenig arbiträr. Die Tempi sind flüssig - das fällt schon gleich beim Kyrie auf. Das pp ist wiederholt zu laut (T. 101, 122). Das Gloria öffnet mit einem eher schnellen Allegro - und die Streicher müssen es ausbaden, weil sie mit den schnellen Läufen nicht zurechtkommen, etwa 34-38 oder 147-148. Ab etwa 114 setzt ein Ritardando zu folgenden Andante ein, das etwas schneller als in vielen anderen Aufnahmen ausfällt. Das kurze Duett "miserere nobis"zwischen Sopran und Alt (T. 157-159) klingt unschön zusammen, und bei Altsolo 183-188 klingen die Streicher zu dominant. Manchmal lässt sich auch der Chor nur schwer verfolgen, etwa bei T. 211-220; die Schlussfuge dagegen lässt sich allerdings relativ gut verfolgen. Gegen Ende baut der Dirigent ein Ritardando und dann ein kurzes Stretto ein. Das Credo-Allegro überwältigt; es wirkt heftig und energisch. Der Chorklang wirkt wiederholt diffus, besonders f- und ff-Stellen mit Tutti-Einsätzen wirken öfters verschwommen. Die Solisten sind ordentlich, ohne sich besonders auszuzeichnen. Das Orchestervorspiel des "Es resurrexit" (T. 191-198) versandet im ungleichen Zusammenspiel und verliert dadurch seine sonstige Wirkung, dasselbe gilt für das anschließende "judicare" (T. 260-296), das zwar sehr dramatisch herüberkommt, aber auch chaotisch. Hie und da lassen sich Abweichungen von der gängigen Partitur feststellen. Das Sanctus wartet mit einer Kuriosität auf: Mitten in T. 18, gerade vor dem forte, wird der Anfang des Sanctus bis dahin wiederholt, dann geht die Partitur weiter. In T. 49 gibt es ein Ritardando. Im Benedictus überrascht bei T. 18 ein plötzliches f - es ist aber auch möglich, dass hier zwei unterschiedliche Klangquellen benutzt wurden. Beim Sopransolo (T. 45-50), aber auch beim Chor fallen Abweichungen in der Disposition des Textes auf. Offenbar hat der Chor hier Schwierigkeiten bei der Intonation (z.B. T. 63-67) - oft eine Ermüdungserscheinung. Alles in allem eine beachtliche Aufführung für einen Schulchor, die selbstverständlich nicht den höchsten Standards genügt, aber die beweist, dass in den USA um 1950 Bruckner kein blinder Fleck im Bewusstsein der Kenner war.

Die erste vollständige Studio-Aufnahme der Messe ist die von Grossmann aus vermutlich 1953. Leider ist die Aufnahme klangtechnisch nicht sehr überzeugend. Der dynamische Bereich ist nicht sehr groß (vgl. z.B. im Kyrie das pp in Takt 95 und das ff in Takt 97), die Schlussfuge im Gloria ist ein klangliches Kampfgewühle mit schrillem Klang, die Holzbläser klingen oft scharf und verhältnismäßig laut, wie die Balance überhaupt nicht sehr glücklich ist. Grossmanns eigener Chor singt zuverlässig, mit leichtem Vibrato, aber nicht sehr subtil. Das Gloria wird eher langsam gesungen, die Bewegung ist nicht fließend, sondern eher martialisch ausschreitend, ja manchmal fast staccato (vgl. das "domine" in T. 89); in ff-Passagen klingt der Chor schreierisch und forciert (woran möglicherweise die Aufnahme mitschuldig ist). Im ersten Teil des Credo (bis T. 118, bei C) wird der Rhythmus so stark betont, dass der Eindruck des Stampfens entsteht. Das Tenorsolo "Et incarnatus est" enttäuscht: Zwar hat der Tenor eine schöne Stimme, aber sie ist nicht sehr geschmeidig und singt wenig "dolce"; außerdem singt er trotz des p laut und die auch hier harte, mäßig ausbalancierte Aufnahme tut ein übriges. Grossmann erlaubt sich kleine Eingriffe in die Partitur; so wird im Kyrie T. 67-70 nicht von den Solisten, sondern vom Chor gesungen, im Gloria fällt kurz vor Schluss eine partiturfremde Beschleunigung auf, während in den letzten Takten des Sanctus wie des Benedictus ein hässliches Ritardando eingebaut wird. Es ist bestimmt als Ganzes keine schlechte Aufnahme, aber sie kann heute nur noch historisches Interesse beanspruchen, zumal keine zehn Jahre später die Aufnahmen von Jochum und Forster auf den Markt kamen. 

Zunächst entstand aber der erste Live-Mitschnitt von Celibidache (1958), der als Piratenausgabe erschien. Die klangliche Qualität ist schlecht, und das liegt, wie Rundfunkmitschnitte desselben Konzertes aus anderen Quellen belegen, teilweise nicht an der RAI-Aufnahme, sondern an der Qualität des privaten Mitschnitts oder an der LP-Pressung. Es gibt Bandrauschen, der Klang ist stellenweise schrill, der Ton wandert zwischen dem linken und dem rechten Kanal hin und her und schwillt an und ab, viele Details sind nur verschwommen hörbar; der letzte Takt des Kyrie ist weggeschnitten worden (und zwar nicht von den RAI-Technikern!), die Solisten sind nicht sehr vorteilhaft aufgenommen, an ff-Stellen sind sie manchmal nicht oder kaum hörbar, die Schlussfuge des Gloria ist eine Tortur für musikalische Ohren, und am Ende des Agnus Dei ist die Musik fast unhörbar leise. Der Chor singt opernhaft und ist, soweit feststellbar, mäßig zuverlässig. Am überzeugendsten wirkt das Credo; es hat ein schönes Allegro-Tempo, der Chor singt imposant, der Tenor in "Et incarnatus est" singt mit schöner Stimme, nur leider etwas sehr gefühlvoll und zu laut (f statt pp), das "Judicare" wird, nach dem langsamen Moderato misterioso sehr schnell und heftig gesungen und erzeugt damit große Wirkung, nur muss dann beim "cujus regni" verzögert werden. In der Dynamik erlaubt sich Celibidache manchmal große Freiheiten. Die Tempi tendieren zum Langsamen hin, sind aber keineswegs extrem: mit 62'25 ist dieser Celibidache immerhin schneller als Davis mit 64'20; erst die spätere EMI-Aufnahme Celibidaches liegt mit 76'16 außerhalb jeder Konkurrenz. Das RAI-Konzert war wahrscheinlich live ein großes musikalisches Erlebnis, aber die Aufnahme kann weder technisch noch interpretatorisch mit den großen Aufnahmen dieser Messe mithalten.

Letzteres gilt mutatis mutandis auch für den Konzertmitschnitt unter Wehrli (1959); klangtechnisch klingt die Aufnahme allerdings akzeptabel, trotz ihres sehr pauschalen Klangs ohne viel Breite (Mono). Der nicht-professionelle Chor singt zuverlässig, wobei die Klangtechnik etwaige Ungenauigkeiten weitgehend verdeckt. Die Interpretation mutet sehr nüchtern an; der Dirigent lässt seinen Chor wiederholt staccato singen, etwa im Gloria beim "deprecationem nostram" (T. 145/146), vor allem aber in der Schlussfuge, die zwar, der Partitur entsprechend, ziemlich langsam gespielt wird, aber mit dem staccatohaften Singen klingt die Stelle wie ein Marsch - hier ist kein Platz für Lobpreis oder Verzückung... Dasselbe lässt sich im Credo beim Tenorsolo "Et in carnatus est" (ab C) feststellen: nicht ist hier "misterioso" oder "dolce", sondern die Worte klingen farblos-korrekt - und außerdem wird der Passus eher schnell abgewickelt. Wohl überzeugt dann der "Resurrexit"-Passus (F, ab 191 bis 290); die Wucht, die Chor und Orchester hier entwickeln, wird von dem hier überzeugenden Staccatostil und dem mäßig schnellen Tempo verstärkt. "Heroische" Stellen überzeugen in dieser Aufnahmen mehr als "lyrische". Im Sanctus droht der Chor im schnell genommenen "Hosanna in excelsis" zu entgleisen - dasselbe passiert den Celli im nachfolgenden Benedictus. Das Agnus Dei durchläuft die Stadien von Pathos und Inbrunst - und auch hier gelingt ersteres besser als letzteres. Das Solistenquartett ist seiner Aufgabe technisch durchaus gewachsen, nur verfügt es über wenig Expressivität.

1962 erschienen zwei Aufnahmen, die über Jahrhzehnte hinweg nur wenig Konkurrenz neben sich dulden mussten. Dabei sind sie sehr unterschiedlich. Jochum liefert eine durchglühte romantische Interpretation. Bereits das Kyrie mit seinem tastenden, leisen aber inbrünstigen Anfang setzt den Ton; es lebt aus dem wechselnden Spiel der Dynamik, hier mit viel Gefühl für Schattierungen umgesetzt. Das Gloria zeigt Jochums Fähigkeit, der emotionalen Spannweite des Werkes gerecht zu werden; kräftige und zarte Töne wechseln sich ab - so ist das "miserere nobis" erst leise flehend, dann inbrünstig; die Schlussfuge "in gloria amen" ist eine eindrucksvolle Apotheose mit überwältigendem und gleichzeitig transparenten Schluss. Das Credo setzt, mit voller Wucht des Chores, überrumpelnd ein und erzeugt enormen Drive. Leider bleibt der Orchesterklang pauschal, dominiert von den Streichern. Das Tenorsolo "Et incarnatus est" (Moderato misterioso) ist von großer Schönheit, sehr lyrisch und ergreifend, mit schönem Violinsolo. Von dem "Et resurrexit" geht ein enormer Sog aus. Das Benedictus singt, klingt gleichzeitig kräftig erdverbunden und himmlisch. Bei den ausgezeichneten Solisten fällt besonders die Innigkeit der Sopranstimme auf. Die Aufnahme klingt gut, aber die Technik geht bis an ihre - damaligen - Grenzen; das Einfangen von ff-Stellen für Chor plus Solisten war ein Kraftakt. - Forsters Interpretationsansatz unterscheidet sich grundlegend von der Jochums: einerseits ist er klassisch orientiert, andererseits nüchtern und sachlich. Anders als beim Te Deum und der 2. Messe begleiten diesmal die Berliner Symphoniker, und möglicherseise kam deren Spielstil Forsters Auffasungen entgegen: nicht der opulente Klang der Karajan-Philharmoniker, sondern ein straffer, nüchterner Klang, wie der sich schon gleich im Kyrie manifestiert, das schlank und zügig daherkommt; Mystik kommt hier nicht auf. Das Gloria zeichnet sich durch ein durchweg flottes und vitales Tempo aus. Partiturangaben werden präzise befolgt; der Chor kann sowohl pp wie ff singen. Im Credo fallen u.a. der triumphierende Lobgesang "Deo de Deo" mit großartigen Solisten auf, die weiche, fast einschmeichelnde Tenorstimme des "Et incarnatus est", das anklagend herausgestoßene "Sub Pontio Pilato" mit dem anschließenden klagenden "passus et sepultus est". Auch das Benedictus (Allegro moderato) wird flott gespielt, es wird keine kontemplative Stimmung zelebriert wie z.B. bei Celibidache, sondern alles ist fließende Melodik. Die ganze Aufnahme weist einen klaren transparenten Klang mit guter Balance zwischen Solisten, Chor und Orchester auf. Forsters Aufnahme gehört mit der von Jochum zu den besten Einspielungen der 3. Messe. 

Aus ungefähr der gleichen Zeit, aus der Saison 1963/1964, gibt es einen Live-Mitschnitt unter Klein mit einem nicht-professionellen amerikanischen Universitätsensemble, von dem aber nur Kyrie und Gloria auf LP erschienen sind. Die Interpretation ist in punkto Tempi recht klassisch, kann aber mit professionellen Darbietungen nicht mithalten: Die Streichen spielen oft nicht homogen, der Chor klingt massiv und differenziert kaum, singt auch nicht wirklich p und auch nicht immer genau. Hinzu kommt, dass der Klang sehr pauschal ist, wodurch kleinere Fehler vertuscht werden; außerdem ist die Aufnahme ungünstige für die Solisten, die sich manchmal dem Chor gegenüber nicht oder kaum behaupten können. Dennoch war dies sicher keine schlechte Aufführung, sie klingt in der Aufnahme recht eindrucksvoll und auch die Solisten können sich hören lassen.

Auch die nächsten Aufnahmen in der Chronologie sind lokale Einspielungen und können den von Jochum und Forster gesetzten Standard nicht erreichen. Die Aufnahme unter Nott (1968) ist eine amerikanische Universitätsaufführung mit nicht-professionellen Kräften; die Ausgabe dokumentiert wie die unter Klein die Rezeption der 3. Messe in den USA, beansprucht aber kaum musikalisch-ästhetische Relevanz. Das Orchester ist seiner Aufgabe nicht gewachsen, der Chor kämpft sich wacker durch, bringt aber keinen kultivierten Gesamtklang zustande; er singt zwar begeistert und mit vollem Einsatz, aber es geht zu viel schief. Die Solisten ergänzen das Bild des Mittelmaßes. Auch klanglich befriedigt die Aufnahme nicht. - Ein höheres Niveau erreicht Grischkat (1969); auch hier handelt es sich vermutlich um nicht-professionelle Chöre, die aber ein beachtliches Niveau erreichen. Ein Problem sind hier die langsamen Tempi, besonders des Gloria (15'01) und des Credo (22'48), die nur von Celibidache noch unterboten werden - aber anders als Celibidache ist Grischkat nicht in der Lage, diese Langsamkeit mit Inhalt zu füllen. So wirkt das Ganze zahm, es fehlt die Grandeur, und Streicherfiguren werden zu toten Tonleitern. Hinzu kommt, dass die Aufnahmetechnik nicht mithilft: Der Stereoklang ist unnatürlich (Soprane und Alte links, Bässe, Tenöre und Solisten rechts), die Chorpartien klingen über weite Strecken matt, Höhen und Forti wirken wie gedrosselt, die Solisten haben kaum Präsenz.

Barenboim (1972) geht bei der Wahl seiner Tempi ähnlich vor wie bei seiner Einspielung der 2. Messe, indem er die langsameren Tempi sehr langsam und die schnelleren Tempi teilweise sehr schnell nimmt; dadurch schafft er Kontraste, die die Spannung steigern können, aber die gleichzeitig, wenn die Unterschiede innerhalb eines Satzes extrem sind, die Einheit gefährden. Das Kyrie klingt düster, und Barenboim nimmt sich Zeit. Im Gegensatz dazu wirkt das Gloria sehr schnell, wodurch ungewöhnlich genug Kyrie länger dauert als das Gloria (10:18 gegen 10:02); nur Nott (08:56!) und Ortner (09:54) sind im Gloria schneller. Barenboims Anfangstempo des Gloria wirkt gehetzt, aber das Qui tollis und das Miserere nobis sind ruhig gehalten, worauf das In gloria Dei patris ("Ziemlich langsam"!) dann wieder rekordverdächtig ist und erneut gehetzt wirkt. Das Credo ist wieder sehr schnell - eine technische Glanzleistung des Chores, aber der Text geht bei diesem Tempo völlig unter. Das langsame Et incarnatus est wirkt dann fast wie ein Bruch, das Et resurrexit flitzt wie ein Wirbelwind vorbei, wobei die Orchesterbegleitung zum Klangteppich degradiert wird - für Expressivität ist da keine Zeit. Das Solistenquartett im Qui cum Patre singt schön, verströmt aber nicht das Melos wie etwa bei Jochum; der Sopran klingt wenig geschmeidig, eher kantig, und der Bass neigt dann und wann zu pathetischer Emphase. Das Benedictus wirkt eher als ein Andante denn als ein Allegro moderato, hat aber Atmosphäre; generell gelingen Barenboim in dieser Messe die langsamen Sätze überzeugender als die schnellen, aber sie sind zu langsam... Am Ende des Benedictus klingt das Blech ohne den Chor nach, wobei nicht deutlich ist, ob das ein Fehler der Aufnahme oder ein Eingriff in die Partitur ist. Der Dynamikbereich der Aufnahme ist groß und sie wirkt schön räumlich. Alles in allem eine eigenwillige Interpretation, die allerdings mehr auf Wirkung als auf Gestaltung des ganzen Werkes bedacht ist.

Der Mitschnitt einer Aufführung aus Wien unter Richter (1974) ist vor allem deshalb interessant, weil sie allem Anschein nach auf der Erstdruckpartitur basiert. Richter war in den 1950er und 1960er Jahren der Apologet eines neuen Aufführungsstils von Bachs Werken, die den heutigen Bach-Spezialisten nicht mehr zusagt, aber in dieser Aufführung zeigt er sich in der Wahl der Partitur und im Stil seiner Aufführung als Romantiker. Das Kyrie erklingt mit sehr viel Emphase, relativ langsam, aber bewegt; Chor, Soli, Solo-Violine und Orchester verschmelzen zur Einheit. Im Orchester manifestieren sich deutlich Blechbläser (z.B. T. 67-71), wie auch im Gloria; sie stören manchmal, weil sie isoliert klingen. Das Gloria lässt Richter stellenweise zügig spielen. Auch hier fallen Abweichungen von der heutigen Partitur auf. So wird in den Takten ab 322 ein Crescendo eingebaut; es ist nur ein Beispiel dafür, dass die Dynamik zwecks größerer Wirkung angepasst wird, und dasselbe gilt für die Instrumentierung: die Streicher werden regelmäßig durch Bläser verstärkt, es gibt mehr Blecheinsatz, mehr Pauken. Im Credo wird das pp des Tenorsolos Et incarnatus est herausgeschmettert, und zwar mit altmodisch-pathetischer Diktion. Das Crucifixus wird T. 163 von dröhnenden Paukenschlägen untermalt, das Et resurrexit klingt kräftig und bewegt, aber auch hier "mit Pauken und Trompeten"... Das Benedictus kennt ein dramatisches Decrescendo T. 83-87 im Löwe-Schalkschen Geist. Ansonsten handelt es sich um eine überzeugende Interpretation in der romantischen Tradition. Zweieinhalb Monate später führt Kaiser die 3. Messe in Bremen auf, und benutzt anscheinend die gleiche Partitur wie Richter, eine merkwürdige Koinzidenz, die noch dadurch verstärkt wird, dass dies mit dem Mitschnitt unter Heinkens die einzigen drei Aufnahmen dieser Messe sind, die auf der Erstdruckpartitur basieren. Auch Kaiser unterstreicht mit Hilfe der extra Bläser- und Paukeneinsätze die dramatischen Stellen in der Partitur, vor allem im Credo, etwa beim "Et resurrexit", dem dennoch der Tremor abgeht, den manche anderen Aufnahmen, die auf diese Spezialeffekte verzichten, wohl haben. Auch die unvermittelten Ritardandi sind auf die Erstdruckpartitur zurückzuführen. Die Größe des Chores erzeugt Masse, aber er verliert dadurch an Prägnanz (und manchmal auch Präzision). Der Tontechniker hat Schwierigkeiten gehabt, die Kirchenakustik in den Griff zu bekommen: an f-Stellen klingt die Aufnahme hallig oder gar verschwommen; die Solisten verfügen anscheinend nicht über ein eigenes Mikrophon, so dass ihre Stimmen im halligen Klangraum öfters untergehen; den Chor trifft ein ähnliches Schicksal, wenn ein flottes Tempo, wie etwa am Anfang des Gloria, angeschlagen wird: Dann lassen sich Text und Musik nicht mehr genau verfolgen, es entsteht ein Klangbrei. Das sind selbstverständlich Mängel, an denen die Ausführenden unschuldig sind. Ein langsamer Satz wie das Benedictus kann sich deshalb bei dieser Akustik und dieser Chorgröße besser entfalten, und dann merkt man, dass der Chor sehr zuverlässig singt, dass auch die Solisten durchaus ihrer Rolle gewachsen sind (auch wenn der Bass das "passus etiam pro nobis" im Credo mit etwas gefühlvollem Vibrato singt, aber er hat dafür eine schöne Stimme) und dass dies eine sehr befriedigende Aufführung gewesen sein muss - nur die mangelnde Aufnahmequalität lässt ein präziseres und detailliertes Urteil kaum zu. - Solche positiven Gefühle gelten leider nicht für die Aufnahme Waldmans (1975). Die Ausgabe ist schlecht dokumentiert, die Solisten sind nur teilweise bekannt, Chor und Orchester überhaupt nicht; vielleicht ließen sie sich eruieren, doch die Mühe würde sich nicht lohnen. Die Aufführung macht einen routinierten Eindruck; es wird einigermaßen gut musiziert, aber es ist wenig Engagement spürbar - "man macht halt seinen Job". Der Dirigent ist durchaus auf Wirkung bedacht, wie sich etwa beim sehr schnell gespielten Et resurrexit im Credo mit wirksamer Orgeluntermalung zeigt - im Saal muss das großen Eindruck gemacht haben, um den Preis allerdings, dass vor dem Cujus regnis (T. 297) wieder verzögert werden muss; das Solistenquartett Qui cum Patre ist ungenau, die Stimmen verschmelzen nicht. Die Partitur weicht in Einzelheiten ab; es gibt viele kleine Ungenauigkeiten bei Chor, Solisten und Orchester. Die Aufnahme an sich klingt außerdem wenig homogen, was auch daran liegen mag, dass es sich vermutlich um eine House-Aufnahme handelt. Alles in allem eine überflüssige Ausgabe!

Johannes Fuchs verfügte 1976 für seine Aufnahme der 3. Messe - während eines Konzertes zusammen mit dem Te Deum und der in die Messe eingebauten Motette Os justi - über seinen eigenen Chor, ein renommiertes professionelles Orchester und über Solisten, von denen Hildegard Behrens bis zu ihrem plötzlichen Tod eine steile Karriere hinlegen würde, über ein perfektes Ensemble, das dann auch alle Erwartungen erfüllt. Es ist eine Interpretation aus dem Geist der Romantik heraus, mit großer Ausdruckskraft. Mit 58'29 liegen die Tempi eher im mittleren Feld, wie etwa bei Jochum, Rögner und Welser-Möst - aber wie auch bei dem 'modernen' Best. Die Vorzüge dieser Interpretation fallen schon gleich beim Kyrie auf, vor allem ihre wohltuend "schöne" Dynamik mit schönen Steigerungen. Die Stimme des Basses erweist sich als geschmeidig (vor allem bei den Bässen keine Selbstverständlichkeit), der Sopran klingt klar und strahlend. Trotz der Tatsache, dass es sich um einen Konzertmitschnitt handelt, besticht die Aufnahme durch einen guten, ziemlich differenzierten Klang, der gut durchhörbar ist. Die diversen Stärkegrade und die Übergänge zwischen ihnen werden subtil gestaltet und bewirken so eine große Ausdruckskraft. Es ist eine Interpretation, die die großen Gefühle nicht scheut, sie aber immer beherrscht; der Chor singt präzise und kultiviert. Das gilt auch für das donnernde ff im Gloria. Ein kleiner Wermutstropfen ist der Alt, der manchmal einen unschönen Ton produziert (etwa T. 53/54), sich ansonsten gut in das Quartett einfügt. Auch im Gloria fällt auf, wie flexibel der Chor ist; er kann schnell von heftigen zu lyrischen Stellen wechseln, wie etwa im "Domine Deus" (T. 66-97). Das Vibrato, über das der Chor verfügt, bleibt maßvoll, fällt kaum auf. Am Schluss des Gloria hat der Chor noch Atem genug für das fff (T. 336). Besonders im Credo fällt die breite Klangpalette auf, die dem Chor zur Verfügung steht, etwa die Extatik des "Deum verum de Deo vero" (ab 61, bis 116), das wunderbare pp von "et homo factus est"(T. 156ff.), darauf das Nachdrückliche des "sub Pontio Pilato" (180-183), wie in der Partitur vorgeschrieben, dann ein wirkliches pp als Auftakt zum "Et resurrexit" (ab T. 199), das eine gewaltige Dramatik frei setzt, die von der Technik nur noch teilweise eingefangen werden kann. Sehr wirksam ist die Verzögerung (eine der Freiheiten, die sich der Dirigent erlaubt) bei T. 252 mit dem "cum gloria" in dreifachem f, das als ein Glaubensbekenntnis wirkt. Ein neuer Klimax bahnt sich beim "Judicare" ab T. 260 an, der bei T. 272 erreicht wird - es ist der Höhepunkt im Credo. Die Rückkehr zum Tempo I  (T. 327) wird durch ein voheriges Ritardando unterstrichen. Das sind zum Teil rhetorische Eingriffe des Dirigenten um Zäsuren zu setzen und die Struktur des Ganzen hörbar zu machen. Der Dirigent gestaltet die Tempi und die Dynamik flexibel; ein schönes Beispiel dafür bietet die Verzögerung bei T. 434, beim Wort "mortuorum", die Bruckners Fazination für den Tod anklingen lässt. Von den Solisten kann sich besonders der Tenor im "Et incanatus est" profilieren; er singt die Stelle lyrisch, ziemlich weich, auch "dolce", wie es die Partitur verlangt - und man fragt sich im nachhinein, weshalb er nicht bekannter geworden ist... Im Sanctus wie im Benedictus wird der Kontrast zwischen dem ersten und dem zweiten Teil des Satzes besonders herausgearbeitet; im Benedictus glänzt das Solistenquartett. Der Anruf "Agnus Dei" im letzten Satz ist flehend und überwältigend zugleich und macht tiefen Eindruck. Der Chor besticht durch seine hohe Gesangkultur, sein geschmackvolles Vibrato und seine klangliche Fülle - bei einem Kammerchor auffällig!  Das Orchester agiert zuverlässig; im Credo bei T. 435/436 fällt eine Unsicherheit bei den Posaunen auf, im Agnus Dei sind die Streicher anfangs nicht ganz gleich - es sind Kleinigkeiten, die angesichts des Live-Charakters der Aufnahme nicht ins Gewicht fallen. Es wäre zu wünschen, dass die Originaltonbänder, die hoffentlich irgendwo in einem Archiv schlummern, demnächst zu einer digitale Revitalisierung des Dirigenten Johannes Fuchs beitragen dürfen. Die Schweiz hat ja bisher nur zwei große Bruckner-Dirigenten aufzuweisen: Volkmar Andreae und Johannes Fuchs.

Auch Oliver (1977) verfügt für seine Aufnahme - ein Konzertmitschnitt - über ein renommiertes Ensemble und über gute Solisten, aber leider lässt ihn die Aufnahmetechnik ein wenig im Stich. Chor wie Orchester wie Solisten klingen sehr zurückhaltend, der Klang ist sehr pauschal mit möglicherweise nur einem Mikrofon, er wirkt matt und wenig prononciert, und die Balance ist nicht optimal, wobei das Blech mit seinen 'Füllnoten' öfters den Rest überstimmt (etwa zu Anfang des Gloria die Trompeten) und Details nicht immer auszumachen sind. Klanglich am überzeugendsten sind die leiseren Stellen; die forte-Stellen wirken manchmal breiig (etwa in der Schlussfuge des Gloria). Die Tempi sind mäßig langsam, etwa wie bei Davis. Die Dynamik wird im allgemeinen beachtet, obgleich es Ausnahmen gibt; so ist im Kyrie das pp in T. 95 lauter als das p in T. 93. Trotz gelegentlicher Unsicherheiten wirkt der Chor sehr zuverlässig; die Solisten bilden ein homogenes Ensemble und verfügen über schöne Stimmen, aber sie verschwinden manchmal in dem Chor, der zum Vibrato neigt. Im Gloria ist der Alt in T. 52ff. kaum hörbar, das Blech ist in T. 83f. deutlicher hörbar als die Streicher. Die Schlussfuge macht einen etwas chaotischen Eindruck, wirkt wenig gegliedert, wobei der Klang nicht hilft. Der Einsatz des Credo ist kräftig und energisch, wie man es erwartet. Im "Et incarnatus est" (T. 117ff.) fällt die schöne, weiche Stimme des Tenors auf, der "dolce" und pp singt. Das "homo factus est"(ab T. 147) ist stimmungsvoll, obgleich der Chor ab und zu ein wenig ungleich ist. Trotz des pp wirkt das "Passus et sepultus est" eindringlich; das anschließende "Et resurrexit"(ab T. 191) wird gut gesungen und gespielt, bleibt aber trotzdem blass und spannungslos, vermittelt wenig Schrecken oder Schauer, was mindestens teilweise der Aufnahme geschuldet ist. Die Schlussfuge wirkt hier, anders als im Gloria, klar, überwältigt aber nicht. Das Sanctus ist schön aufgebaut, vom p zum ff und dann zurück zum pp. Gerade in einem solchen Satz stören dann die prominent anwesenden Trompeten mit ihren Füllornamenten. Das Benedictus wird zart gespielt, aber die Streicher überzeugen hier nicht ganz, und der Chor hat in T. 66f. etwas Probleme, aber dafür halten einen die Solisten schadlos. Von allen Sätzen überzeugt dieser am meisten. In T. 74 baut Oliver ein Ritardando ein, wie im Agnus Dei in T. 98, was ein wenig altmodisch anmutet. Insgesamt eine gute Aufführung, deren Qualitäten leider von einer enttäuschende Klangtechnik verschleiert werden.

Es ist erstaunlich, welches Ergebnis Altéus (1979) mit seinen schwedischen nicht-professionellen Chören und dem ebenfalls nicht-professionellen Orchester erreicht - nur die Solisten sind Fachkräfte. Es handelt sich um ein Projekt aus der Stockholmer Vorstadt Södeltälje; die LP wurde damals nur chorintern vertrieben. Es ist eine sehr idiomatische Interpretation; Dynamik- und Tempovorschriften werden beachtet. Es gibt ungleiche Einsätze, die aber kaum ins Gewicht fallen. Die Tempi bewegen sich im mittleren Feld, und das führt bei einer großen Chormasse fast unweigerlich zu einem Verlust an Prägnanz, an "Biss", ansonsten ist die Aufführung überzeugend. Der Tenorsolist hat eine schöne Stimme, die er beim "Et incarnatus est" voll zur Geltung bringt, wobei etwas weniger Vibrato vielleicht angebracht gewesen wäre, der Bass hat eine weniger exponierte Rolle; die beiden weiblichen Solisten sind ihnen allerdings überlegen. Die Aufnahmetechnik hat manchmal Probleme, die Klangmassen, etwa beim "Judicare" Im Credo, differenziert einzufangen, wobei möglicherweise eine ungünstige Akustik mitgespielt haben mag; der Klang an sich ist gut. Manchmal glaubt man Einsprengsel aus der Erstdruckpartitur zu hören.

Die Aufnahme unter Egel (1980) hat als SWF-Ausgabe leider vermutlich nur regionale Verbreitung gefunden; es ist eine sehr befriedigende Lesart dieser Messe, unspektakulär, eher langsam, mit einem liebevollen Auge für Details. Das Kyrie entfaltet sich im ruhigen Schritt mit einem ausgeglichenen Klang. Auch das Gloria ist nur mäßig schnell. Das Sopran-Alt-Duett Miserere wird schön ausgeleuchtet, mit wirkungsvollem Fermate, worauf der Chor pp antwortet, wirklich als inständige Bitte um Mitleid gestaltet. Die sehr durchsichtig gesungene und aufgenommene Schlussfuge In gloria Dei Patris ist dann ein triumphierender Abschluss dieses Satzes. Auch im Credo lassen sich ähnliche Details finden. Das Et incarnatus wird hier wirklich "dolce" und fließend gesungen. Et resurrexit wird nicht zu schnell gesungen und kann dadurch seine Kraft entfalten, bis zum fff. Das Qui cum Patre ("Moderato") wird sehr langsam gesungen und klingt dadurch überzeugender als auf vielen anderen Aufnahmen, Musik und Worte kommen beide zur Geltung. Im Agnus Dei verklingt das "pacem" auf eindrucksvolle Weise. Das Solistenquartett besticht durch schöne Stimmen, nur der Bass klingt etwas grob. Die Frauenstimmen des Chores neigen zum Vibrato.

Matacic war ein großer Bruckner-Dirigent, der vor allem das Große, Monumentale dieser Musik herausstrich. Bei der 3. Messe (1981) ist das nicht anders. Von den gewählten Tempi her steht die Aufnahme mit 64'13 in der Nähe von Davis (64'20) und Mast (65'03), ist also vergleichsweise langsam. Das fällt schon gleich beim Kyrie auf - nur die späten Celibidache-Aufnahmen sind noch langsamer; die Musik bekommt mythischen Charakter, steigt aus dem Nichts auf (wie später etwa auch bei der 9. Symphonie) und verklingt am Ende ebenso. Eine Kuriosität bei dieser Aufnahme ist, dass Matacic den ersten Satz des Gloria und des Credo, wie bei Bruckners früheren Messen, von einem Solisten intonieren lässt, bevor der Chor sofort darauf höchst wirksam einsetzt. Der offenbar große Chor singt kräftig und lässt sich nur selten leicht ungenaue Einsätze zuschulden kommen, so wie auch der Rest des Ensembles - Solisten, Orchester - hohen Anforderungen genügt. Trotz seines imposanten Klangs klingt der Chor transparent. Dynamische Zeichen werden genau umgesetzt, nur selten wünscht man sich ein pp etwas leiser. Das "Miserere" (T. 153-166)  im Gloria wird sehr subtil interpretiert, Alt und Sopran des Solistenquartetts harmonieren schön miteinander: der Alt hat ein warmes Timbre, auch der Sopran klingt in höherer Lage niemals scharf. Besonders eindrucksvoll erklingt das abschließende "Amen". Der Einsatz des Credo ist überwältigend gestaltet, vom ff zum pp und wieder zurück; die Kontraste im Volumen werden sehr wirkungsvoll eingesetzt - Matacic schöpft die Möglichkeiten voll aus. Das "Et incarnatus est" ist die einzige Stelle, die ein wenig enttäuscht: Der Tenor hat zwar eine schöne Stimme, ist aber im Ausdruck wenig differenziert. Das "Crucifixus" (ab T. 160) ist von erdrückender Schwere, das "Passus etiam pro nobis" eine dramatische Zwiesprache zwischen Bass und Chor - der Bass kann wirklich pp singen. Das nachfolgende "Et resurrexit" (ab T. 191) wirkt durch den heftigen Kontrast zur vorhergegangenen Passage höchst dramatisch. Das Benedictus und das Agnus Dei sind eher die innigeren Sätze der Messe - aber auch hier versucht Matacic die große Gebärde. Vor allem das Agnus Dei ist emotional geladen. Sehr auffällig ist dabei die Pause, die Matacic mitten in Takt 64 zwischen "qui tollis" en "peccata mundi" legt, einen Takt vor dem Ritardando und dem Diminuendo: Der Text bekommt dadurch extra Ladung. Das "dona nobis pacem" (ab 78) wird mit großem Nachdruck gebracht und sowohl vom Sopransolo wie vom Chor ff gesungen. Die Schlussviertelnote wird viel zu lang angehalten. Alles in allem ist es unverständlich, wieso diese Aufnahme nicht von der BBC selbst herausgebracht wurde; sie hätte ein besseres Los verdient als bei einem obskuren USA-(Piraten-?)Label zu erscheinen.
  
Die Aufnahme unter Asahina (1983) kann nur mäßig überzeugen. u.a. wegen der entfernt klingenden Aufnahme, wodurch der Chor in lauteren Passagen wenig detailliert klingt. Dadurch entsteht das Kyrie sehr schön quasi aus dem Nichts, vom pp zum f. Dynamische Zeichen werden genau umgesetzt. Im Gloria fällt der transparente Klang in der Schlussfuge auf, die, der Partitur entsprechend, ziemlich langsam gesungen wird. Vom Credo an wirkt der Klang auf einmal an manchen Stellen hallig und klingt nach Kirchenakustik. Das "Et resurrexit" bleibt zahm, auch schon wegen der Aufnahmetechnik, die die scharfen Kanten der Musik abschleift und sie "harmonischer" macht; der Chor geht dann in heftigen Paukenwirbeln (u.a. T. 271) unter, der Text ist völlig unverständlich. Besonders die ff-Stellen sind unbefriedigend. Da wo die Klangtechnik mitspielt, wirkt die Interpretation idiomatisch. Die Solisten fügen sich gut ein, ohne sich besonders hervorzutun.

Ortners Aufnahme aus 1987 ist der Live-Mitschnitt des Schlusskonzertes der Internationalen Chorakademie 87 in Krems und arbeitet also mit einem Gelegenheitschor. Dem Elan der Aufführung ist das nicht anzumerken, schnelle Tempi (etwa im Gloria) werden nicht gescheut, ab und zu zögernde Choreinsätze (und sogar gelegentliche Patzer wie im Kyrie T. 122) werden mit in Kauf genommen. Das alles spricht für die künstlerische Integrität des Dirigenten, der nicht auf sicher spielen sondern Bruckner vermitteln will. Das Kyrie ist bewegt, mit extra Crescendi, wie die Dynamik überhaupt etwas frei umgesetzt wird. Die Kehrseite des schnellen Gloria-Tempos ist, dass über manche Details hinweggespielt wird; das gilt in besonderem Maße für die Orchesterbegleitung. Von den Solisten fällt besonders der schmelzende Klang des Tenors (Et incarnatus est!) auf, während der Sopran manchmal wild und sogar schmetternd (etwa im Kyrie) klingt und der Bass sich nur schwer durchsetzen kann. Trotz der Kirchenakustik bleiben auch die schnellen Passagen weitgehend klar. Das Orchester ist in dieser Aufnahme die Schwachstelle: In schnellen Passagen hat es die Neigung, ungleich zu spielen, die Geigen klingen manchmal harsch, die Bläser scheinen im Credo (T. 186) zu schlafen; andererseits klingt die Celli-Einleitung des Benedictus wunderbar intensiv. Insgesamt eine elektrisierende, auf Elan setzende Aufnahme.

Die Aufnahme unter Davis (1988) gehört zu besten der 3. Messe. Sie klingt räumlich und ausgewogen; zwischen Gesamtklang und Details herrscht ein schönes Gleichgewicht (z.B. keine hereinplatzenden Trompeten wie bei Asahina), und Chor und Orchester überzeugen in jeder Hinsicht und werden auch von der Aufnahmetechnik als ebenbürtig behandelt. Die Tempi sind gemäßigt, sind z.B. durchweg etwas langsamer als die von Asahina. Wie die Dynamikangaben  eingehalten werden, zeigt das Gloria sehr schön; die ff-Stellen klingen kräftig, während viele der p- und pp-Stellen behutsam klingen, wodurch eine reiche Vielfalt an Emotionen entsteht - man vergleiche etwa das Mini-Duett zwischen Alt und Sopran "miserere", wo Solisten und Chor subtil zusammengehen. Ein kleiner Minuspunkt im Credo ist das "Et incarnatus est", das vom Tenor zwar schön gesungen wird, aber mit wenig Variation in der Dynamik, während andere Stellen auch hier die ganze Spannweite der Lautstärke zeigen. "Passus et sepultus est" ist wirklich pp und klingt tief empfunden, wodurch ein wirksamer Kontrast zum gleich darauf erklingenden dramatischen "Et resurrexit" entsteht; das Solistenquartett "Qui cum Patre" wird dann wieder (anders als bei manch anderer Aufnahme!) verhalten pp gesungen und wirkt makellos. Die Kontraste zwischen pp und ff werden so optimal verwirklicht. Der Schlusschor "Et vitam venturi" wird ziemlich schnell, schneller als in den meisten anderen Aufnahmen, gesungen.  Das Agnus Dei ist hier eine fehentliche Bitte um Frieden, die zu einem gewaltigen Klimax führt, bevor die Musik erlischt. Interpretatorisch wie klanglich ist dies eine große Aufnahme, in der sich Sorgfalt und Emotionen die Waage halten.

Wer Rögners Aufnahmen von Bruckner-Symphonien kennt, wird auch in seiner Einspielung (1988) der 3. Messe flotte Tempi erwarten, und zumindest das Kyrie erfüllt diese Erwartung auch: mit 08'45 gehört es zu den schnellsten (allerdings: Forster braucht nur 08'00, Grossmann 08'27), die meisten Aufführungen liegen da zwischen 9 und etwas mehr als 11 Minuten; bei den anderen Sätzen der Messe sind Rögners Tempi eher gemäßigt schnell. Nimmt man aber die gesamte Messe, so gehört Rögners Einspielung mit 55'21 zu den schnellen Aufnahmen, nur Forster (53'18), Herreweghe (55'02, in dem Antec-Mitschnitt sogar 52'55), Ortner (52'51) und Nott (52'09) sind schneller. Das schnelle Gesamttempo ist ein Hinweis auf den Charakter der Einspielung, die nicht Besinnlichkeit, sondern Bewegung kennzeichnet. Gleich das Kyrie kommt sehr dramatisch daher, mit starker Dynamik mittels Crescendi und Decrescendi. Das Gloria wirkt heftig, der Chor singt sehr engagiert, kümmert sich weniger um Nüancen als um Expression; Kontraste zwischen pp und ff werden deutlich herausgearbeitet. Auch das "Qui tollis" wird zwar etwas langsamer, aber nicht "sehr langsam" gesungen, wie es die Partitur verlangt. Der Anfang des Credos wird schnell genommen, und der Chor meistert das Tempo virtuos - Zeit zum Kosten ist aber nicht. Rögner nimmt sich kleine Freiheiten heraus: Das Allegro des "Et resurrexit" etwa ist langsamer als das Anfangs-Allegro, und bei "Et iterum"(T. 232) wird noch etwas verzögert, um dann bei T. 252 beim fff einen wirkungsvollen Klimax zu erreichen, und das "Judicare" klingt wie beim Jüngsten Gericht; bei T. 308 erfolgt dann noch einmal eine Verzögerung. Das Benedictus, bei vielen Dirigenten ein Moment der Besinnung, der meistens zwischen 8 und 9 Minuten liegt, ist bei Rögner schnell, 06'31; es strömt nicht Ruhe aus, sondern Bewegung. Im Agnus Dei erklingt das "Dona nobis pacem" zunächst machtvoll und ebbt dann flehend weg. Die Solisten sind gut, nur der Tenor versucht im "Et incarnatus est" (Credo) Ausdruck mittels eines starken Vibratos zu erzielen, was weniger überzeugt. Insgesamt eine wirkungsvolle Interpretation, nur vermittelt sie kaum religiöse Stimmung.

Es wurde bei Celibidaches erster Aufnahme der Messe schon darauf hingewiesen, dass der Dirigent später viel langsamere Tempi wählte - die neueren Aufnahmen (es existiert nämlich neben dem offiziellen EMI-Mitschnitt auch eine Piratenausgabe) aus 1990 dauern fast 15 Minuten länger (1958: 62'25, 1990: 76'16 bzw. 77'04), so dass es nicht verwunderlich ist, dass Celibidache in allen Sätzen langsamer als die Konkurrenz ist. Interpretatorische Unterschiede gibt es zwischen den beiden Live-Mitschnitten aus 1990 wie zu erwarten kaum; klanglich fällt auf, dass die In-house-Aufnahme von Exclusive zwar gut ist, aber wie aus einer gewissen Distanz erklingt und weniger ausgewogen und weniger direkt ist, wodurch manchmal Details fast unhörbar werden; in beiden Aufnahmen werden die Solisten manchmal vom Chor weggeschwemmt (vgl. Kyrie, T. 69f.). Bis auf den Bass sind die Interpreten dieselben. Das Kyrie klingt wie ein schöner, wehmütiger Gesang. Der Dirigent modifiziert die Dynamik, wozu die langsamen Tempi ihm Gelegenheit bieten (oder, wenn man boshaft sein will: wozu er durch sie gezwungen wird); manchmal arbeitet er durch ein langsames Crescendo auf ein plötzliches ff zu, wodurch die Musik weniger schroff wirkt (z.B. T. 96). Die Langsamkeit lässt auch sonst ungehörte orchestrale Details erscheinen, wirkt aber auch manchmal etwas schwerfällig (z.B. T. 117-121). Das Gloria erklingt eher machtvoll als strahlend. Auch hier wandelt Celibidache die Dynamik ab; an ff-Stellen ist der Chor nicht mehr gut durchhörbar. Durch das langsame Tempo gerät das "Amen" schwerfällig. Auch im Credo zeigt die Tempowahl ihr Janusgesicht: Das "Et incarnatus est" (das schön, aber nicht so lyrisch wie etwas bei Jochum klingt) lässt sich in punkto Langsamkeit kaum noch unterbieten, die Musik droht zu zerbröckeln; dem "Et resurrexit" dagegen bekommt das langsame Tempo wohl: Es komt zwar etwas gravitätisch daher, klingt aber monumental und ehrfurchtgebietend mit dem Höhepunkt in T. 252 (fff), das darauf folgende "judicare" ist, dem Text entsprechend, angsteinflößend, und beim sorgsam vorbereiteten "mortuorum" (T. 431-434) wird eine düstere, morbide Stimmung heraufbeschworen. Was aber auch wichtig ist: Trotz solcher interpretatorischen Schönheiten entwickelt die Musik keinen Sog. Im Sanctus wirkt das bedächtige Tempo sehr überzeugend; nach der filigranen p-Einleitung steht das effektvoll herausgearbeitete "Dominus Dei" (T. 12) im donnernden ff, und das anschließende Allegro verhilft dem Satz zu einem jauchzenden Schluss. Überhaupt lässt sich sagen, dass die letzten drei langsamen Sätze Celibidaches Tempowahl am besten vertragen. Die Solisten sind ausgezeichnet, singen sehr subtil, der Chor hat einen vollen, geschmeidigen Klang, und das Orchester begleitet nicht nur, sondern bekommt, wie bei einem Orchesterdirigenten vielleicht zu erwarten, eine bedeutende Rolle zugespielt. Die Interpretation zeichnet sich durch Liebe zu den Details aus; die langsamen Tempi mögen nicht jedermanns Sache sein, aber dies ist eine große Interpretation, besonders in den langsamen Sätzen! 

Da kann die Aufnahme unter Krahwinkel (ebenfalls 1990) nicht mithalten - hat auch überhaupt nicht diesen Anspruch, sondern dokumentiert ein Kirchenkonzert, das für die Besucher ein musikalisches Erlebnis gewesen sein wird. Dass ein Kirchenchor dieses Niveau erreichen kann, verdient Lob; es singt mit viel Hingabe, singt auch zuverlässig, hat allerdings im Bereich der Dynamik Schwierigkeiten mit den leisen Stellen, die durchweg zu laut klingen. Aufnahmetechnisch klingt die Aufnahme passabel.

Eine kleine Überraschung in der Aufnahme von Best (1992) ist der Klang des Chores, der hier hier, anders als bei der 1. und der 2. Messe, weniger "keusch" klingt und mehr Ausdruck und Fülle (letzteres mag auch aufnahmebedingt sein) bietet; das Orchester tritt dabei etwas zurück. Die Tempi sind schnell, aber nicht schockierend schnell: Best ist z.B. eine Minute langsamer als Jochum oder Barenboim (58'32 gegen 57'24 bzw. 57'29) und 5 Minuten langsamer als Forster (53'18)! Das heißt nun nicht, dass Best sich selbst untreu geworden wäre! Manche Stellen wirken sehr schnell (etwa der Anfang des Credo), die Rhythmik ist sehr ausgeprägt, das "Qui tollis" (Gloria) ist nicht wirklich "sehr langsam"; Dynamikvorschriften werden präzise umgesetzt, pp ist auch wirklich sehr leise. Besonders das Credo zeigt die positiven und weniger positiven Seiten von Bests Ansatz deutlich. Das "Et incarnatus est" wird vom Tenor einfühlsam,mit geschmeidiger Stimme gesungen, sogar etwas "misterioso" (die meisten Solisten wissen anscheinend mit dieser Partiturvorgabe wenig anzufangen!). Das "Passus et sepultus est" ist sehr schön, mit der Ausdruckskraft, die der Text hier verlangt, wirklich pp und Largo und bildet dadurch einen sehr großen Kontrast zum schnellen Allegro des "Et resurrexit", das allerdings seinen Tribut fordert: Die Musik verliert an Intensität, der Chor klingt hier gläsern, die Stelle fliegt vorbei. Das Orchester hat keine Chance, mehr als nur die Noten zu spielen und wirkt wie eine gut geölte Maschinerie. Pluspunt: Der Schlusschor klingt nirgendwo so durchsichtig wie hier. Auch das Agnus Dei zeigt ein ähnliches Dilemma: Das "Dona nobis pacem" erklingt mit großer Intensität - aber kaum Emphase. Vielleicht muss man sich die prinzipielle Frage stellen, ob Aufführungen religiöser Werke, die kaum emotionales Engagement hören lassen, die Werke nicht ihrem Zweck entfremden? Die Solisten dieser Aufnahme bilden ein homogenes Quartett, nur der Bass neigt zur Pathetik. Die Aufnahme klingt vorzüglich.

Mit seinen Tempi bewegt sich Rilling (ebenfalls 1992) im Mittelfeld; er ist mit 61'15 deutlich langsamer als Best (58'32). Seine Aufführung wirkt aber nirgendwo träge oder gar statisch, weil Rilling immer wieder Bewegung suggeriert. Das Kyrie setzt sofort den Ton: Das Tempo ist ruhig, es wird mit Ausdruck gespielt, der Chor produziert einen warmen Klang. Das Gloria setzt lebhaft ein, aber nicht schnell. Das Orchester ist nicht nur begleitende Staffage, es ist präsent, hat Farbe, Dissonanten in der Begleitung werden hörbar. Auch das Credo setzt zügig ein, aber nicht zu schnell. Die dynamische Skala des Chores reicht vom pp zum ff. Leider gilt das nicht für den Tenor, der sein Solo "Et incarnatus est" zwar warm und moderato singt, aber nicht den Unterschied zwischen pp und p hören lässt. Sehr behutsam und mit Ausdruck singt der Chor "Passus et sepultus est", "Et resurrexit" und "Judicare" reißen dann den Hörer durch ihre Kraft und das überzeugend gewählte Tempo mit. Trotz des flüssigen Tempos sieht Rilling immer wieder Möglichkeiten, Ruhepunkte zu markieren, wodurch eine natürlich fließende Bewegung entsteht. Bei T. 503 baut er eine starke Retardierung ein, um so einen großen Kontrast zum Schluss-Allegro zu erzielen. Ähnlich verfährt er beim Sanctus, dessen langsamer und leiser Anfang mit dem schnellen und machtvollen Schluss kontrastiert. Das Solistenquartett in dieser Aufnahme ist gut, nur der Sopran hat in höheren Stimmlagen Probleme mit der Stimmbeherrschung. Insgesamt ist dies eine sehr befriedigende Aufnahme.

Welser-Möst (1995) gehört mit 57'32 zu den schnellen Aufnahmen (1995); seine Aufnahme wirkt stromlinienförmig und dadurch stellenweise etwas oberflächlich. Das Benedictus und das Agnus Dei sind die schnellsten von allen Aufnahmen, die anderen Sätze bewegen sich im mittleren Feld. So wird im Gloria das "In Gloria Dei Patris" nicht, wie die Partitur vorschreibt, "ziemlich langsam" gespielt, sondern verhältnismäßig schnell, wodurch das Ganze ein wenig seelenlos wirkt; das Allegro des Credo wird sehr schnell und virtuos genommen. Die Dynamikvorschriften werden ziemlich genau befolgt, werden allerdings an manchen Stellen angepasst, indem z.B. zwischen einem f und einem ff ein Decrescendo eingebaut wird (vgl. z.B. T. 87/88), vermutlich zwecks einer Steigerung der Wirkung. Die Solisten halten sich nicht immer an das pp, wie T. 58 zeigt, wo sie in gleicher Stärke ff weitersingen. Solche Kleinigkeiten sollen aber nicht vergessen lassen, dass diese Aufführung auch viel Schönes zu bieten hat. Das Tenorsolo "Et incarnatus est" wirkt zart, fast poetisch, ist auch p. "Et resurrexit" ist sehr wirkungsvoll, die Klimax von T. 252 wird gut vorbereitet, so dass die Stelle ihre volle Dramatik entfalten kann. "Et unam sanctam catholicam" wird ungewöhnlich langsam gespielt, auch das Allegro des "Expecto resurrexionem" ist langsamer als erwartet; das Allegro der Schlussfuge überzeugt dagegen vollkommen. Das Benedictus und das Agnus Dei haben es allerdings etwas zu eilig, um die Musik zu voller Wirkung gelangen zu lassen. Das homogene Solistenquartett wartet mit schönen Stimmen auf, nur der Sopran neigt in hohen Lagen dazu, unschön schrill zu werden. Der Chor ist im allgemeinen treffsicher, das Orchester spielt ausgezeichnet, ist aber an ff-Stellen unvorteilhaft aufgenommen.

Das Brucknerjahr 1996 ist an der 3. Messe nicht ganz vorbeigegangen: aus diesem Jahr stammen drei Live-Mitschnitte, davon zwei unter Dirigenten, die sich auch sonst mit Bruckner auseinandergesetzt haben, Chailly und Rögner. Chailly dirigierte in Amsterdam drei Aufführungen der Messe, von denen die erste exakt am 100. Sterbetag Anton Bruckners (11.10.1996) stattfand. Während Rögner vorher im Studio bereits die 2. und 3. Messe und das Te Deum aufgenommen hatte, ist es im Falle von Chailly seine (bisher) einzige nicht-symphonische Bruckner-Aufnahme. Es nimmt nicht wunder, dass das Orchester bei ihm eine prominente Rolle spielt. Chor und Orchester geben ein schönes Zusammenspiel mit im Orchester unerwartete Farbmischungen, nur ist das Orchester ein wenig "streicherlastig" und wird es an ff-Stellen manchmal vom Chor überstimmt. Das Kyrie klingt bewegt (aber nicht schnell), dramatisch. Chailly wählt natürlich anmutende Tempi ohne Extravaganzen, setzt aber manchmal kleine Akzente, wie etwa im Gloria ein leichtes Crescendo bei den drei Streicherakkorden in T. 237/238, wonach dann unmittelbar die Schlussfuge "In gloria Dei amen" einsetzt, und zwar, wie in der Partitur vorgegeben, "ziemlich langsam", so dass sie mehr Gewicht bekommt. Im Credo klingt das "Et resurrexit" nach dem differenziert gespielten Orchestervorspiel durch das maßvolle Tempo überwältigend. Das stimmgewaltige Solistenquartett (mit einem imposanten Bass) fügt sich dem Gesamtklang ein; nur würde man dem Tenor im "Et incarnatus est" mehr pp wünschen. Das Orchestervorspiel im Benedictus verrät wieder die Signatur des Orchesterdirigenten: selten klingen hier die Streicher so kantabel wie in dieser Aufnahme. Das Agnus Dei bekommt einen ergreifenden Ausklang. Negativ sind die hässlichen digitalen Pausen zwischen den Sätzen, die die Illusion eines Live-Konzertes jedesmal zerstören.

Der Konzertmitschnitt der 3. Messe unter Rögner (1996) ist etwas langsamer als dessen frühere Studioaufnahme (1988). War letztere zwar packend, aber manchmal auch etwas forsch, so ist die neuere Aufnahme besinnlicher. Das Kyrie z.B. ist noch immer bewegt, doch der Impetus ist ruhiger geworden. Beim Gloria sind die scharfen Kanten etwas abgeschliffen. Im Credo wird das "Et incarnatus est" von einer schönen Tenorstimme mit Ausdruck und beherrscht gesungen. Das "Crucifixus" klingt durchlebter als in der früheren Aufnahme; leider klingt dann der überleitende Passus des Blechs (T. 186) statt pp als f, wodurch das musikalische Erlebnis gestört wird. "Et resurrexit" ist nicht zu schnell und imposant; das "et iterum" wird auch in dieser Aufnahme etwas retardiert. Das "judicare" ist dann wieder weniger spannend, möglicherweise durch die etwas globalere Aufnahme, wodurch der Effekt bei T. 252 weniger spürbar ist. Bei T. 308 ist die Verzögerung noch stärker als auf der früheren Aufnahme - das "non erit finis" wird fast wörtlich genommen... Auch beim Benedictus ist das langsamere Tempo merkbar - es entspricht dem "Allegro moderato" der Partitur. Seit 1988 ist Rögners Sicht auf die Messe "innerlicher" geworden, durch die vertiefte Interpretation verdient diese Aufnahme den Vorzug vor der älteren. Der Klang ist insgesamt gut, wenn auch dunkler gefärbt als der der Vorgängerin; nur ist die Aufnahme leider etwas weniger transparent, obgleich die Solisten merkwürdigerweise auf diesem Live-Mitschnitt besser hörbar sind als auf der Studio-Aufnahme.

Auch Bisschofs Aufnahme stammt aus dem Brucknerjahr 1996, nur dirigiert hier ein nicht-professioneller Dirigent einen nicht professionellen (Kirchen-)Chor - und das Ergebnis kann sich durchaus hören lassen. Der Chor singt zwar ab und zu etwas unsicher und ungleich, aber der Gesamteindruck stimmt; Solisten und Orchester sind professionelle Musiker. Der Live-Mitschnitt entstand in einer Kirche, trotzdem hat das die Aufnahme kaum beeinträchtigt (nur schnellere Läufe des Chores klingen etwas undurchsichtig), wohl aber war offenbar die Plazierung der Mikrofone ungünstig für den Chor und in geringerem Maße für die Solisten, denn das Orchester droht sie regelmäßig zu überstimmen. Der Chor klingt homogen, setzt auch die dynamischen Zeichen adäquat um (Ausnahme etwa im Kyrie das p in T. 122, das entschieden zu laut klingt); allerdings werden an den lauteren Stellen nicht alle Details hörbar, und so klingt die Schlussfuge im Gloria ("in gloria", ab T. 238) etwas strukturlos, weil alles nahezu gleich laut klingt. Dagegen bietet der Anfang des Credos wunderbare dynamische Abschattierungen von pp über p bis zum ff! Im Tenorsolo "Et incarnatus est" steht das Solo der Geige und der Bratsche mehr im Vordergrund als das des Tenors! Der Tenor singt seine Partie überzeugend, setzt nur einige unschöne Akzente (z.B. 127f. und 138f.), die seinem Vortrag Abbruch tun. Der dramatische Höhepunkt des Credos, "Et resurrexit" (ab 191) komt trotz der nicht ganz befriedigenden Aufnahme voll zur Geltung; das Allegro wird wohl ziemlich schnell genommen, wodurch das "cujus regni" (298ff.) ein wenig gehetzt wirkt. Die Schlussfuge entfaltet dann aber ihre ganze Majestät, wie überhaupt das Credo sehr überzeugend wirkt. Alles in allem eine sehr befriedigende Aufführung!

Die Aufnahme unter Reinitzer (1998) hat unter einer unbefriedigenden Aufnahmetechnik zu leiden: Nicht nur erklingt der Chor aus einer gewissen Entfernung, was zu einem pauschalen Gesamtklang führt, sondern auch die Balance zwischen Solisten, Chor und Orchester wirkt sich zuungunsten der Solisten aus, die unterschiedlich laut klingen und manchmal unverständlich oder gar unhörbar sind, das Violinsolo im Credo klingt ebenso laut wie der Solist und stellenweise sogar lauter als der Chor, der manchmal zu schwach klingt, und an lauten Stellen ist das Orgelfundament sehr deutlich hörbar. Die Aufführung selbst - der Konzertmitschnitt eines Universitätschores und -orchesters - ist sehr verdienstvoll. Im Kyrie überrascht der dynamische Radius: Dieser Chor kann leise singen, wodurch sich das Kyrie vom pp über ff und wieder zurück zum pp entfalten kann, auch die agogischen Zeichen werden beachtet. Das Gloria gerät etwas zahm und spannungsarm, wogegen das Credo mit einem lebhaften Allegro aufwartet. Der Chorklang ist eher schlank, aber zu diesem Eindruck kann auch die Aufnahmetechnik beitragen; manchmal ist das von Vorteil, aber das "Et resurrexit" verliert dadurch weitgehend seinen Überrumpelungseffekt - nur das fff (T. 252) ist voll da. Mutatis mutandis gilt ähnliches für die anderen Sätze. Die Tempi sind eher langsam, mit 61'19 befindet sich Reinitzer aber in der guten Gesellschaft von u.a. Chailly (61'06) und Rilling (61'15), deren Aufführungen allerdings differenzierter sind. Die Solisten sind befriedigend, nur die Altistin kann sich gegenüber den anderen nicht durchsetzen (was auch wieder mit der Mikrophonaufstellung zusammenhängen kann!). Auch das Orchester klingt überzeugend, obwohl im Benedictus das Zusammenspiel der Streicher in Probleme gerät.

Der Live-Mitschnitt unter Harrer (1998) stammt von der 500-Jahre-Feier der Wiener Hofmusikkapelle: alle Interpreten sind "hauseigen": der Dirigent, die Solisten, der Chor (Wiener Sängerknaben, Mitglieder des Herrenchores der Wiener Staatsoper), das Orchester (Mitglieder der Wiener Philharmoniker, der Organist) - es ist auch gleichzeitig ein Herrenklub, der hier musiziert, denn der Sopran- und der Altsolist sind Mitglieder der Sängerknaben. Das Ensemble scheint nicht allzu groß zu sein (die Streicher klingen manchmal fast dünn); durch das alles bekommt die Aufführung den Anstrich des Authentischen (in der Hofkapelle war der Platz für Chor und Orchester eher begrenzt), trotz des modernen Instrumentariums. Leider tragen zu diesem Charakter auch die kleinen Ungenauigkeiten bei - für die Konzerte steht offenbar kaum Probenzeit zur Verfügung... - die aber den Charm dieser Aufnahme nicht verringern können - hier wird keine auf Hochglanz polierte Aufführung geboten, sondern im guten Sinne Tradition, was hier auch Routine bedeutet: Es werden nicht markante Details herausgearbeitet, sondern man hat den Eindruck, dass man tatsächlich die Musik zu einem Hochamt hört: Nichts ist hier aufdringlich, die Messe ist das Wichtigste, die Musik soll sie, mehr oder weniger dezent, ausschmücken. Die Aufnahmetechnik unterstreicht dies; der Klang ist distanziert, vielleicht wurde mit nur einem Mikrofon gearbeitet, was sowohl positive wie negative Folgen hat: Die Solisten sind im Chor eingebettet und agieren nicht als "Stars", die dynamischen Unterschiede sind nirgendwo extrem, es wird weder "geflüstert" noch "gebrüllt", die Pauken sind meistens nur als ein dumpfes Gebrause zu erkennen. Wer also Masse sucht, wer im Credo auf die Fanfaren der Posaunen und die Hammerschläge der Pauken wartet, sollte zu einer anderen Aufnahme greifen. Durch das kleinere Ensemble entsteht an manchen Stellen ein wunderbar intimes, kammermusikartiges Klanggewebe und ist der Klang sehr durchsichtig. Die gewählten Tempi machen einen ruhigen Eindruck, sind aber keineswegs langsam; mit 57'58 tendieren sie eher zum Schnelleren hin. Etwas gewöhnungsbedürftig ist das Vibrato, sowohl bei den Solisten wie beim Chor (die Herren des Staatsopernchores singen fast opernhaft) wie beim den Streichern. Der zurückhaltende Charakter der Aufführung bedeutet nicht, dass Emotionen tabu wären; so wird im Credo das "Et incarnatus est" vielleicht nicht "misterioso", aber wohl "dolce" gesungen, das "Et homo factus est" wird sehr behutsam angegangen, das darauf folgende "Et resurrexit" aber mit voller Kraft und das "Cum gloria" wird, wie es die Partitur vorschreibt, fff gesungen. Leider gehen die einander quasi verfolgenden Chorstimmen des "Judicare" (ab T. 260) vermutlich als Folge der Mikrofonaufstellung im Gesamtklang ein wenig unter, so dass die kanonartige Wirkung kaum noch hörbar ist. Eine Überraschung bei dieser Aufnahme sind die beiden Jungensolisten, die eine überzeugende Leistung bringen, dann aber im Benedictus - Prüfstein für das Solistenquartett! - doch an die Grenzen ihrer stimmlichen Möglichkeiten geführt werden. Alles in allem eine Aufnahme, die das historische Ambiente von Bruckners Wirkungsstätte überzeugend heraufbeschwört - wenn auch vielleicht nicht eine Aufführung, wie sie Bruckner selbst realisiert hätte: Als Bruckner an der gleichen Stelle am 30.4.1882 seine Messe dirigierte, versetzte die Macht des oben aufgestellten Blechs manche Zuhörer in Schrecken, so die Rezension in der Allgemeinen Wiener Zeitung (parafrasiert bei Van Zwol. S. 272)!

Der Mitschnitt unter Heikens (2001) verdankt ihr Interesse allenfalls der Tatsache, dass hier Anno 2001 noch einmal die Schalk-Partitur zur Aufführung gelangte. Der Chor verfügt über Masse, hat aber Probleme mit p- und pp-Stellen, die durchweg zu laut sind, er singt außerdem oft ungenau und unsicher, und mutatis mutandis gilt dies auch für das Orchester. Hinzu kommt, dass die Balance der Aufnahme nicht optimal ist, der Chor verschwindet öfters hinter dem Orchester, dessen Bläser gut hörbar sind auf Kosten der Streicher. In lauten Passagen wird der Klang diffus. Und so klingt z.B. die Schlussfuge "In gloria" (Gloria, ab T. 238) schwammig, die melodische Linienführung wird undurchsichtig. Das Credo gerät stellenweise zum Klangschwall - z.B. ist T. 80-89 nicht feststellbar, ob der Chor singt, möglicherweise deshalb, weil die von Schalk hinzugefügten Bläser den Orchesterklang in ungünstiger Weise verdicken. Der Tenor singt im "Et incarnatus est" alles im gleichen Ton, sein Solo hat keine Ausstrahlung und klingt außerdem unsauber; das Violinsolo ist unschön gespielt und klingt wie weggedrückt von den Holzbläsern, die es übertönen. "Et resurrexit" verliert durch Ungenauigkeiten vom Chor wie vom Orchester seine Prägnanz und so seine Wirkung, die Takte 191-252 verlaufen völlig unstrukturiert, der Klimax bei 252 hängt völlig in der Luft. Der langen Rede kurzer Sinn: Es ist ein Credo ohne Struktur und Zusammenhang, und letztendlich gilt das für die gesamte Aufführung. Offenbar haben sich Dirigent und Chor bei dieser Aufführung übernommen.  

Ähnlich wie bei Chailly hat man auch bei Muti (2002) manchmal das Gefühl, dass sich beider Fingenspitzengefühl für die Oper nicht verleugnen lässt - und das ist nicht negativ gemeint. Beide arbeiten die Dramatik mancher "Szenen" heraus, beide betonen in der Partitur angelegte dynamische Extreme, beide scheuen nicht lyrische Kantilenen. Unterschiede gibt es allerdings auch; so ist Muti deutlich langsamer als Chailly, was sich vor allem beim Kyrie bemerkbar macht. Den Unterschied zwischen dem mehr bedächtigen, solemnen ersten und dritten Teil des Kyrie und dessen mehr leidenschaftlichen Mittelteil arbeitet Muti mit sehr vielen Nüancen und plastisch heraus, wobei sich vor allem der große Bereich zwischen pp und f als wirksam erweist. Auch im Gloria werden Melos und Dramatik voll zur Geltung gebracht: Das "Jesu Christe" (207-211) etwa wird fast geflüstert (pp), um dann ein Crescendo bis zum ff in 217 aufzubauen; das "In gloria" (238) wird wirklich "ziemlich langsam" gespielt und betont damit effektiv den Gegensatz zum vorhergehenden Allegro, und die Schlussfuge erklingt als Apotheose des Gloria im fff. Auch im Credo schöpft Muti die Kontraste voll aus und baut die Klimaxe sorgfältig auf. Die Solisten überzeugen, der Alt ist warm und dunkel, der Sopran hell und kräftig und schrill zu werden, der Bass hat eine geschmeidige Stimme - nur der Tenor überzeugt nicht ganz: Sein Solo "Et incarnatus est" im Credo ist zwar lyrisch, aber er neigt dazu, manche langen Noten zu verschleifen - so viel "Oper" muss nicht unbedingt sein... Auch in punkto Dynamik ist sein Singen unbefriedigend, die Unterschiede zwischen pp und f werden kaum beachtet, das pp singt er durchweg zu laut; das schöne und prononcierte Violinsolo entschädigt dafür nicht. Das "Passus et sepultus est" (183-190) gestaltet sich sehr plastisch, wobei Muti sinnvollerweise die Posaunen hervortreten lässt; das kontrastierende "Et resurrexit" (ab 199) entwickelt eine große Dramatik. Zartheit und geballte Kraft liegen bei dieser Einspielung nahe beisammen. Auch Muti ist vor allem ein Orchesterdirigent: Das Orchester ist nicht nur, wie öfters bei reinen Chordirigenten, als Begleitinstrument gefragt, sondern bekommt die Möglichkeit, die Klangfarbe des Ganzen mitzugestalten, was besonders für die Bläser gilt. Auch im Benedictus ist der Tenor die Schwachstelle im Solistenquartett: an sich eine schöne Stimme, aber manchmal unsicher und dann unschön. Das Agnus Dei ist der dramatische Höhepunkt der Messe - hier steht nicht mehr das Triumphierende des Gloria und des Credo im Vordergrund, sondern die pathetische Lyrik des Flehens um (ewigen) Frieden. In solchen großen Augenblicken ist der Klang dieses Rundfunkmitschnitts manchmal weniger befriedigend, ist nicht so scharf gestochen und dadurch nicht so überwältigend wie wahrscheinlich die Originalaufnahme.

Gleich vier Aufnahmen (alle vier Konzertmitschnitte) stammen aus 2003; davon ist die von Blomstedt die promenenteste und wie die von Botstein professionell. Wie bei z.B. Celibidache,  Chailly und Muti bekommt auch hier das Orchester die Möglichkeit, seinen Klang zu entfalten. Im Kyrie sind das vor allem dunkle Töne - man achte auf die Bässe zu Anfang! Auch Blomstedts Orchester ist ein Spitzenorchester, aber dessen Klang ist weniger opulent, klingt strenger. Die Tempi sind mit denen Chaillys vergleichbar; Blomstedt braucht insgesamt 59'51 gegen Chailly 61'06, aber wo Chailly besonders im Kyrie zügiger vorgeht (09'24 gegen Blomstedt 10'05), ist Blomstedt schneller im Credo (18'37 gegen Chailly 19'47) und im Agnus Dei (08'19 gegen Chailly 09'09). Das Kyrie verläuft bei Blomstedt ähnlich bewegt wie bei Chailly. Blomstedts Interpretation scheint vor allem auf Transparenz angelegt zu sein; die Schlussfuge "In gloria Dei amen" im Gloria z.B. klingt transparenter als bei Chailly, aber vielleicht gerade deshalb auch etwas weniger extatisch. Auffällig ist, dass manche Dynamikvorschriften missachtet werden, p- und pp-Stellen sind öfters nicht wirklich leise. Das gilt auch für die Solisten: Das immer wieder zitierte "Et incarnatus est" klingt laut, alles wird auf einer Stärke gesungen, wodurch ein Crescendo kaum möglich ist, und außerdem ist die Stimme wenig dolce, so dass die Stelle wenig Ausdruck besitzt. Die Schlussfuge dagegen - in der Partitur durchweg f oder ff - überzeugt. Immer wieder fällt auf, dass Blomstedt in den "dickeren" Partien dennoch einen schlanken Gesamtklang zu erzielen weiß; als Beispiele mögen der Schluss von Gloria, Credo und Sanctus dienen. Insgesamt macht Blomstedts Interpretation den Eindruck, zurückhaltender als z.B. Chailly zu sein. Das fällt u.a. bei der Orchestereinleitung des Benedictus auf: Beide Dirigenten widmen dieser lyrischen Stelle große Aufmerksamkeit, aber völlig anders: Während Chailly den Streichern einen fast üppigen Klang entlockt, ist Blomstedt hier verhaltener, introvertierter. Bei den Solisten fällt besonders die schöne Altstimme auf.

Die anderen Aufnahmen aus 2003 können dem Vergleich mit Blomstedt nicht standhalten. Botsteins Aufnahme gehört mit 54'34 zu den schnellen Einspielungen. Zwar wirkt das Kyrie noch getragen, es klingt inbrünstig, flehend, dramatisch, das Gloria dagegen ist im Vergleich zum Kyrie schnell, und dadurch gerät auch das "Sehr langsam" bei E (T. 116, "Qui tollis pecata mundi") schnell: Die Sünden sollen wohl im Eiltempo genommen werden - aber dadurch verliert der Satz an inhaltlicher Glaubwürdigkeit; auch das "ziemlich langsam" bei K (T. 238) wird flott genommen. Die Schlussfuge wird wirklich virtuos gesungen: Der Chor singt diszipliniert und zuverlässig, klingt kompakt; unverständlich und ungerecht ist dabei, dass der Name des Chores auf dem Downloadcover fehlt! Das Credo wirkt vital und monumental, aber eine expressive Stelle wie z.B. das "Et incarnatus est" gerät flach, ihr geht das "Misterioso" ab - die Menschwerdung Christi, von Bruckner als Mysterium gestaltet, wird einfach "mitgeteilt", nicht nahegebracht. Das mag z.T. damit zusammenhängen, dass Bruckners Abstufungen in der Dynamik hier nur teilweise realisiert werden, wie der Tenorsolist regelmäßig zu laut singt, und manchmal auch das Orchester, etwa nach E (T. 183, "passus et sepultus est"), wo der Chor vorbildlich pp singt, was die Hörner und Posaunen übernehmen müssten, aber die tuten 186 statt pp ein f! Die glorreiche Auferstehung bei "Et resurrexit" wird mit voller Kraft gesungen und gespielt, aber erst allmählich macht sich so etwas wie Emotionalität spürbar. Das Benedictus, weniger komplex strukturiert, bekommt die große, fließende Bewegung bis zum Hosanna, beim Agnus Dei gelingt, wie beim Kyrie, das Flehende, und zwar sowohl leise wie laut. Das Solistenquartett ist im Einklang mit Botsteins monumentalem Gesamtkonzept, ohne aufzufallen. Im allgemeinen ist dies eine sehr befriedigende Aufführung, aber sie wirkt etwas professionell-routiniert, die religiöse Verzückung, die dem Werk innewohnt, lässt sie vermissen. Die Aufnahmequalität ist nicht optimal; der Klang ist sehr pauschal, die Pauken klingen dumpf. Die Aufnahme unter Hochstrasser entstand während einer Pfingstmesse und hat klanglich unter einer halligen Akustik zu leiden, die den Gesang förmlich schluckt. Die Balance zwischen Chor, Solisten und Orchester ist nicht optimal; der Chor ist nur an a-cappella-Stellen deutlich hörbar und kann sich an f- und ff-Stellen nicht durchsetzen. Der Chor singt zwar mit Verve, aber - soweit dies akustisch feststellbar ist - nicht immer präzise; die Schlussfuge des Gloria etwa rappelt an manchen Stellen - sowohl beim Chor wie beim (professionellen?) Orchester. Letzteres klingt nicht homogen und hat keinen besonders kultivierten Klang. Die Solisten sind zufriedenstellend, obgleich der Sopran über relativ wenig Stimmvolumen verfügt. Interpretatorisch ist die Aufführung wenig differenziert, so dass die Gefahr der Eintönigkeit lauert. Als Erinnerung an ein besonderes Konzert erfüllt die Ausgabe aber ohne weiteres ihren Zweck. Als Zugabe bekommt der Hörer eine akustisch kaum verständliche Pfingstpredigt über den Heiligen Geist (etwa 11'30).

Götz neigt zu eher langsamen Tempi: mit 63'07 befindet er sich in der Nähe der Aufnahme unter Davis. Perfektion darf man auch hier nicht erwarten: Die Männerstimmen klingen gegenüber denen der Frauen etwas schwach, der Chor ist nicht immer tonfest, die Geigen klingen manchmal ungleichmäßig, aber die hier festgehaltene Aufführung wirkt stimmungsvoll. Der Chor hat einen schlanken Klang und klingt in den Schlussfugen transparent, die Dynamikvorschriften werden beachtet, die Solisten überzeugen (besonders die Tenorpassage in "Et incarnatus est" ist sehr schön); das Orchester wirkt eher klein, aber das dürfte den Verhältnissen bei der Uraufführung entsprechen. Die vermutlich kleinere Orchesterbesetzung führt dazu, dass die Klimaxen niemals massiv klingen, aber durch die langsameren Tempi wirken sie dennoch zwingend. Trotz der (kleineren) Unvollkommenheiten lässt man diese Aufnahme (die auch aufnahmetechnisch sich hören lassen kann) gerne auf sich einwirken.

Auch die Aufnahme unter Sumski (2004) ist ein Konzertmitschnitt. Der Chor singt mit großer Intensität, bietet die ganze Skala vom pp zum ff und produziert einen kultivierten Klang. Mit 10'31 gehört das Kyrie zu den langsamsten, aber dieser Trend setzt sich in den meisten Sätzen nicht fort; es wird mit viel Ausdruckskraft gesungen. Der Anfang des Gloria dann ist schnell, und auch im weiteren Verlauf bleibt das Tempo zügig; so wird das "Qui tollis" zwar langsamer gesungen, aber  wohl kaum "sehr langsam". Der Chor hat einen schlanken Klang, und so klingt auch die Schlussfuge fast ungewöhnlich leicht. Das Allegro des Credo ist um eine Spur langsamer als im Gloria; der Satz hat viel Drive, bis zum "Et incarnatus est", das Moderato gesungen wird, allerdings auch etwas pathetisch, mit ziemlichem Vibrato. Das "Passus sub Pontio Pilato" lässt den Bezug der Musik zum Text spüren, es klingt verinnerlicht, u.a. durch das pp. "Et resurrexit" wird schnell gespielt, aber Sumski lässt die subtilen dynamischen Angaben (zwischen p, mf, f und ff wechselnd) umsetzen und dadurch behält die Stelle, trotz des Tempos, ihre Prägnanz. In "Et vitam venturi" (T. 503 ff.) findet ein deutliches Ritardando statt. Ein anderer Höhepunkt in der Aufführung ist das Benedictus. Sumski nimmt sich hier sehr viel Zeit (09'36 - nur Mast und selbstverständlich Celibidache sind hier noch langsamer!) und schafft eine der subtilsten Aufnahmen dieses Satzes: nach dem filigranen sublimen Orchesterspiel des Vorspiels singt der Chor auf gleichem Niveau subtil. Gute Solisten. Eine gelungene Aufnahme! Van Nieukerken führte die Messe mit einem nicht professionellen Chor und ditto Orchester auf, und auch die Aufnahme selbst scheint höchstens semi-professioneller Art zu sein: Sie fand in einer großen Kirche statt und ist sehr pauschal geraten, die wahrscheinlich der Platzordnung beim Konzert entspricht, d.h. die Solisten prononciert vorne, dann die den Rest des Orchesters überspielenden Streicher, und Bläser, Pauken und Chor befinden sich im Hintergrund. Viele Details bleiben dadurch unhörbar, wodurch sich vor allem die Leistung des Chores schwierig beurteilen lässt. Beim Orchester klingen vor allem die Streicher unsicher. Die Solisten sind befriedigend, obgleich die Altstimme wenig Volumen produziert; der Tenor hat eine schöne Stimme, ist aber (noch) nicht ganz treffsicher. Vermutlich als Konzert überzeugend, aber die Schwächen der Aufführung werden auf der CD ausvergrößert.

Herreweghe (2007) hat die 3. Messe nicht mit seinem Genter Chor, sondern mit dem RIAS-Chor und seinem Pariser Orchester eingespielt. Das historische Instrumentarium bewirkt einen spröden Streicherklang, der sich auch in der Orchesterbalance bemerkbar macht. Die Tempi lassen sich mit denen der Aufnahme von Best vergleichen, sind also an sich nicht ausgesprochen schnell, nur für das Credo braucht Herreweghe deutlich weniger Zeit (16'37 gegen 19'53), und so gehört seine Aufnahme als Ganzes zu den schnelleren: Mit 55'02 rangiert er hinter Forster (53'18) und Ortner (52'51), und  seine Amsterdamer Live-Aufnahme (s. weiter unten) gehört mit 52'55 sogar zu den schnellsten (nur Ortner und Nott sind geringfügig schneller). Viele Bruckner-Liebhaber begegnen solchen schnellen Tempi, besonders wenn sie dann auch noch mit einem historisierenden Orchesterklang einhergehen, mit Skepsis. Herreweghe wird sie nicht restlos überzeugen, obgleich seine Einspielung neue Seiten an Bruckner entdecken lässt. Der Chor singt nüancenreich,  das Orchester spielt gut und homogen, nur etwas pauschal (was an der Aufnahmetechnik liegen mag)Kyrie und Gloria werden eher schnell gesungen, aber das gewählte Tempo mutet natürlich an, bis auf das "In gloria Dei Patris", dessen Tempo man nicht als "ziemlich langsam" sondern als relativ flott empfinden wird; positiv ist allerdings die wunderbare Transparenz dieser Stelle. Im Credo sorgt das Orchester bis zum Tenorsolo "Et incarnatus est" für starken Drive, auf dem der Chor sich entfalten kann. Das Tenorsolo wird expressiv gesungen, aber mit etwas nasalem Klang und mit einer wenig differenzierten Dynamik. "Et resurrexit" überwältigt dann durch den explodierenden Chor, die harten Paukenschläge und die schrillen Bläser. Das Solistenquartett "Qui cum Patre"(bei M) wird für ein Moderato etwas flott genommen. Die Schlussfuge dann besticht durch ihre Transparenz und sorgt für einen donnernden Schluss. Das Benedictus kommt mit 06'49 in die Nähe von Rögners erster Aufnahme (06'31) und von Welser-Möst (06'11) und ist damit sehr schnell, ohne allerdings - und das ist öfters das Wunder bei Herreweghe - dadurch gehetzt zu wirken. Die Aufnahmetechnik ist gut; zwar sind im Kyrie an ff-Stellen des Chores die Solisten unhörbar, aber dieses Problem begegnet bei mehr Aufnahmen, andererseits ist die Orchesterbalance gut, das Blech z.B. macht sich immer wieder bemerkbar, aber nicht als Gedröhne, sondern als Klangfarbe. Auch Brucknerliebhaber, die sich an einem traditionelleren, d.h. fülligeren oder gar üppigen Brucknerklang orientieren und delektieren, werden sich Herreweghes Einspielung nicht ohne weiteres verschließen können.

Eine schöne Ergänzung zu dieser offiziellen Herreweghe-Ausgabe ist die Piratenedition, die von Herreweghes Amsterdamer Konzert erschien. Hier arbeitete Herreweghe mit einem größeren, auf modernen Instrumenten spielenden Orchester und mit einem größeren Chor. Das Ergebnis entspricht den Erwartungen: Besonders der Orchesterklang ist zwar fülliger und wärmer, dafür aber weniger durchsichtig und weniger intim. Schade, dass der Orchestereinsatz beim Kyrie unsauber ist. Besonders Gloria und Credo klingen viel voller und man hört z.T. andere Instrumente heraus. Die Schlussfuge im Gloria klingt weniger abgehoben als in der Aufnahme mit dem RIAS-Chor. Allerdings kann man auch feststellen, dass die Aufnahmetechnik weniger ausgeklügelt ist als bei der offiziellen Aufnahme; so ist z.B. die Bläserbegleitung während des "Et incarnatus est"  (Credo) laut. Wie bei der ersten Aufnahme sind die (anderen) Solisten gut, nur der Bass verfügt über eine wenig geschmeidige Stimme. Herreweghe versucht nicht, Chor und Orchester auf historisch zu trimmen (wie etwa Norrington in Stuttgart), sondern benutzt die Möglichkeiten des größeren Orchesters und Chores optimal. In bezug auf die Dynamik drängt sich der Verdacht auf, dass p und f offenbar weniger weit auseinanderliegen als bei der Studioaufnahme.

Der Live-Mitschnitt unter Mast (2008) gehört zu den langsamsten: Er braucht 65'03 - nur Grischkat (67'31), Celibidache 1990 (76'16 bzw. 77'04) und Abel (78'19) sind noch langsamer. Das Orchester agiert anfangs im Hintergrund, das Augenmerk der Aufnahme gilt dem Chor und den Solisten; vermutlich handelt es sich um einen mittelgroßen Chor und ditto Orchester. Ab und zu fallen kleine Abweichungen von der Partitur auf, etwa dass im Gloria T. 156-159 die Tenorpartie des Chores vom Solisten gesungen wird. Bei dem langsamen Gesamttempo ist es nicht überraschend, dass die Schlussfuge des Gloria, der Partitur entsprechend, tatsächlich "ziemlich langsam" gesungen wird. Das "Et incarnatus est" im Credo wird nüanciert und ausdrucksvoll gesungen; "Et resurrexit" überzeugt, hätte aber etwas drängender sein dürfen, und für das zwischen den einzelnen Stimmgruppen wechselnde "Judicare" gilt das gleiche - der Chor stößt hier an seine Grenze, sowohl  hinsichtlich seiner Größe wie seines technischen Könnens. Das sehr starke Ritardando bei T. 308 überzeugt nicht, wirkt abrupt. Auch das Solistenquartett (Moderato) ist sehr langsam, und dadurchwirkt die Musik mühsam und die Spannung flaut ab. Manchmal bekommen Tonfolgen durch das (zu) langsame Tempo den Charakter von Tonleitern, wie etwa im Benedictus (T. 69-74). Der (nicht-professionelle?) Chor legt eine beachtliche Leistung vor, kann aber einige unsaubere Stellen nicht vermeiden. Gegen Ende fällt die Aufnahme ab, das sehr langsame Tempo tut ihr nicht gut. Die Solisten sind befriedigend, nur der Bass schmiert. Die Aufnahme klingt etwas dumpf.

Luna lässt in seiner Aufnahme (2008) eine andere Seite von Bruckners Partitur hören, die oft etwas unterbelichtet bleibt. Als Bruckner die 3. Messe schrieb, war er etwas über 40, hatte seine 1. Symphonie, das "kecke Beserl" vollendet und schrieb an seiner 2. Symphonie - könnte nicht etwas davon auch auf die Messe abgefärbt haben? Hier musiziert nicht ein abgeklärter Geist, sondern jemand in den besten Jahren, der überbordet von Energie. Das Kyrie kommt in einem ruhigen, gemessenen Tempo daher, weit ausschreitend, aber nicht langsam. Der Einsatz des Gloria dann ist heftig, das Allegro wird relativ flott genommen. Lunas Zugriff auf die Musik ist extravertiert: Heftige Gefühle suchen ihren Weg in manchmal knallenden ff-Akkorden in Passagen, die rhythmisch manchmal ungewohnt präzise erklingen, aber daneben gibt es auch sehr kantable Stellen, wie etwa das "qui tollis" (ab E). Der Sopran fällt durch eine schöne Diktion auf, aber ihr Timbre scheint etwas leicht für geistliche Musik zu sein; der Alt klingt warm und ernst. Der Einsatz des Credo übertrifft noch den des Gloria: Er ist sehr heftig und ungewohnt schnell, und außerdem werden die Extreme zwischen pp und ff voll ausgeschöpft. Das stellt selbstverständlich große Anforderungen an den Chor, der bei diesem Tempo manchmal an Präzision verliert, wobei ihn das Orchester dann zu überstimmen droht. Die Wirkung ist dennoch überwältigend. Der Tenor-Passus "Et incarnatus est" ist überzeugend: Der Tenor verfügt über eine gute Stimmbeherrschung, so dass er nicht zu schreien braucht, das Zusammenspiel mit der Solovioline und - viola und mit den anderen Solisten ist sehr schön gelungen, allerdings ist der Unterschied zwischen pp und mf nicht sehr groß und ist die abweichende Aussprache des Lateinischen gewöhnungsbedürftig (Spèritu, Sanctò). "Et homo factus est" klingt düster-stimmungsvoll, "Et resurrexit" (Allegro) greift wieder ein schnelles Tempo auf, das Blech spielt sich in den Vordergrund, und beim "judicare" (270) knallen dann die Pauken herein (auch bei 416) - keiner kann da mehr daran zweifeln, dass das Jüngste Gericht stattfinden wird! Wie bei der Dynamik werden auch bei den Tempi Extreme gesucht, ähnlich wie bei Harding (2010). Das gilt z.B. auch für das Agnus Dei: das "Dona nobis" z.B. wird ab 79 von lauten Paukenschlägen untermalt. Der große Chor (der mit einigem Vibrato singt) bewältigt die Partitur mit nur minimalen Unsicherheiten, das Orchester spielt sehr zuverlässig, wobei die Geigen leider manchmal einen etwas kratzigen und dünnen Ton produzieren. Eine große Rolle spielt die direkte Aufnahmetechnik, die einen hellen, sehr analytischen und gleichsam 'objektiven' Klang ergibt, wobei z.B. in ff-Passagen Figuren des Blech, die sonst bestenfalls als Füllmittel im Hintergrund erklingen, hier gleichrangig neben dem Gesang des Chores hörbar sind, was manchmal von der 'großen Linie' der Musik ablenkt, an anderen Stellen das Klangbild wirkungsvoll ergänzt. Eine im guten Sinne 'spannende' Aufnahme der 3. Messe!

Ein Live-Mitschnitt unter Harding (2010) von den Luzerner Festspielen ist von einem Piratenlabel herausgebracht worden. Harding setzt bei seiner Interpretation weniger auf die Vermittlung religiöser Demut als auf Dynamik und Expressivität; er arbeitet die dynamischen Extreme der Partitur heraus. Der Chor überzeugt in jeder Hinsicht (obgleich die Soprane im Kyrie einmal zu spät einsetzen), klingt warm und homogen und meistert die dynamischen Klippen vorbildhaft, das Orchester bekommt, wie öfters bei Orchesterdirigenten, die Möglichkeit, sein solistisches Können unter Beweis zu stellen. Unterstützt wird Hardings Sicht von einer sehr klaren Aufnahme, die auch laute Stellen nicht versanden lässt. Das Gloria kommt heftig daher, etwa beim "Domine Deus" (ab 66, bei C). Harding lässt den Solisten Raum, sie können sich auch in den Wechselreden mit dem Chor volumenmäßig behaupten; der Sopran besicht durch Technik, klingt aber nicht sehr "messenhaft", eher nach Oper, der Alt ist sublim, Tenor und Bass bewegen sich im Mittelfeld. Allerdings droht die Fuge am Schluss zuzuwachsen, die Tontechnik ist hier anscheinend (möglicherweise weil es sich um einen Rundfunkmitschnitt handelt) an ihre Grenzen geraten. Der Anfang des Credo (Allegro) wird schnell gespielt - auch das gehört zum Ausloten der Extreme. Der Tenor hat im "Et incarnatus est" eine schöne Stimme mit einer schönen Diktion, allerdings sind die dynamischen Unterschiede zwischen pp und f nicht groß, und das gilt verstärkt für den Bass, dessen "etiam pro nobis" (ab 169) für ein p wohl sehr laut ist. Abgesehen davon ist das "passus" (ab 175) eindrucksvoll, wird vom Chor ehrfurchtsvoll hingehaucht. Das "Et resurrexit" ist dann wieder voller Dramatik, die effektvoll bis zum "Judicare" gesteigert wird. Das Benedictus klingt sonor, lyrisch, während im Agnus Dei eher Lyrik und Drama nahe beisammenliegen, um dann fast in Stille zu enden.

Huetterott (2011) arbeitet, was den Chor angeht, mit nicht-professionellen Kräften; mehrere regionale Chöre sind hier zusammengefügt worden. In punkto technisches Können und Nüancenreichtum stößt der Chor regelmäßig an seine Grenzen, was die Mitglieder aber durch Masse und Einsatz teilweise kompensieren können; enttäuschend ist eher das (professionelle) Orchester: Vor allem die Geigen klingen harsch, schrill und manchmal ungenau und ungleich. Die Solisten sind ihrer Aufgabe gewachsen. Das Konzert fand in einer Kirche statt, trotzdem klingt die Aufnahme klar und detailliert; nicht ganz ausgewogen ist allerdings ihre Balance: Die Geigen herrschen im Gesamtklang vor, was manchmal ein unruhiges Klangbild bewirkt, und in f- oder ff-Passagen überstimmt öfters das Orchester den Chor. Die Schlussfuge im Gloria klingt möglicherweise dadurch etwas chaotisch und lässt die große Linie vermissen. Nach Ende hin nehmen die Ungenauigkeiten zu, als ob die Konzentration zurückgehen würde. Vermutlich war dies live eine durchaus überzeugende Aufführung, aber die DVD ist leider unbarmherzig im Aufdecken von Unvollkommenheiten.   

Elgers Aufnahme, ebenfalls aus dem Jahr 2011, überzeugt mehr, obgleich auch er mit einem nicht professionellen (Kirchen-)Chor arbeitet und das Konzert in einer Kirche stattfand. Letzteres hat aber auch hier Einfluss auf den Gesamtklang; wo dieser an ruhigen Stellen (etwa im Kyrie) relativ transparent klingt, wirkt er an ff-Stellen ziemlich breiig, so dass der Text akustisch unverständlich wird. Allerdings handelt es sich offenbar um einen größeren Chor, dessen Klangmasse nicht immer von der Akustik geschluckt wird. Die Interpretation setzt weniger auf das Herausarbeiten von Details als auf das Hervorrufen eines überwältigenden Klangerlebnisses, was auch gelingt. Der Chor singt relativ zuversichtlich, allerdings mit kleineren Ungenauigkeiten bei der Intonation, die manchmal vom Orchester gnädig überdeckt werden; die Geigen produzieren manchmal einen etwas scharfen Klang. Bei den Solisten lässt der Alt manchmal Sensibilität in der Stimme vermissen und klingt etwas prosaisch (etwa bei ihrem ersten Einsatz, T. 52-57), während der Tenor einen  schönen, lyrischen Klang mit viel Vibrato produziert, etwa im Gloria beim "Et incarnatus est"(T. 117ff.). Besonders der Anfang des Credo kommt mit viel Schwung und Power daher. Obgleich Elger die dynamischen Zeichen beachtet, wünscht man sich ab und zu etwas leisere Töne - so sind die Posaunen und Hörner im Vorspann (T. 186-189) zum Et resurrexit für ein pp einfach zu laut. Das Judicare (ab T. 260) evoziert mit seinen hereinbrechenden wuchtigen Klangmassen tatsächlich das Jüngste Gericht. Das Benedictus wird schön flüssig gespielt, wenn auch dynamisch etwas grob: Die Solisten singen eher mf als p, und bei T. 75ff. setzt der Chor ziemlich stark ein, so dass das "poco a poco crescendo" etwas verwässert. Das Agnus Dei bildet einen schönen, ergreifenden Ausklang, wobei die Reserven im Klangvolumen dem überwältigenden Abschluss Vorschub leisten. Das "miserere"des Basses (T. 18-21) ist unschön ausgesprochen und gesungen. Das Decrescendo ab T. 43 steht zwar nicht in der Partitur, überzeugt aber. Alles in allem ist die Aufnahme klanglich oft nicht befriedigend, weil Details oft verschwommen und wollig klingen, aber vom Impetus her wirkt die Aufführung dennoch überzeugend und hat die Zuhörer beim Konzert auch ergriffen.

Abel ist Celibidache-Schüler, und seine Aufnahme (2012) atmet dessen Geist. Das wird schon bei einem Vergleich der Tempi deutlich - Abel ist mit 78'19 sogar noch etwas langsamer als Celibidache in dem Mitschnitt auf Exclusive (77'04), die Unterschiede bei den einzelnen Sätzen sind minimal, nur für das Agnus Dei braucht Abel fast eine Minute mehr. Wie bei Celibidache ist dies ein Bruckner in großer Besetzung: etwa 70 "Mann"-Orchester und 110 Chormitglieder. Abel bietet aber keine Kopie seines verehrten Meisters, sondern musiziert in dessen Geiste. Das Kyrie fängt raunend an, geht vom p über mf zum f und kehrt zurück zum pp, die Musik kommt in langen Wogen angerollt und stirbt wieder weg; sie berührt den Hörer tief und lässt ihn den Atem anhalten. Das Gloria ertönt als ein Lobgesang, aber nicht martialisch, sondern mit lyrischem Unterton. Das breite Tempo ermöglicht immer wieder Nüancen und erlaubt eine breitere Skala an Emotionen: Das "Qui tollis" ist abwechselnd zart und extatisch, "Qui sedes ad dexteram Patris" dagegen majestätisch. In der Schlussfuge des Gloria, von Bruckner mit "ziemlich langsam" überschrieben, geraten Dirigent und Ensemble an die Grenzen des Ausdrückbaren und droht der musikalische Zusammenhäng zu zerbröckeln; an anderen Stellen allerdings wirken die bedächtigeren Tempi sehr überzeugend, etwa beim großartigen Anfang des Credo. Dort singt der Chor das "Et homo factus est" behutsam und gibt der Bedeutung der Worte Nachdruck. Das gilt ebenso für Passus et sepultus est", das hier wie ein Trauergesang klingt; auch "Et resurrexit" verträgt das langsamere Tempo gut und wirkt dramatisch - leider ist die Stelle aufnahmetechnisch nicht ganz gelungen, an ff-Stellen wirkt der Chor manchmal weniger präsent, als ob das Volumen zurückgenommen worden wäre. Im allgemeinen singt der Chor sehr sicher, auch an den gefährlichen a-cappella- und pp-Stellen, aber es gelingt nicht alles optimal: im "Et iterum venturus est" z.B. im Credo singt der Chor nicht ganz präzise und verschenkt dabei etwas von der Wirkung dieser dramatischen Stelle. Ab und zu hilft Abel der Dynamik etwas nach, indem er ein diskretes Crescendo oder Decrescendo einschiebt oder es vorverlegt (z.B. im Credo T. 179); bei T. 249-252 steht ff, aber Abel lässt die Stelle mit einem Decrescendo singen, um dann bei 252 mit fff einen wirkungsvollen Klimax zu erzielen, übrigens ganz im Sinne der Partitur. Das Solistenquartett fügt sich wunderbar ein, wie vor allem im Benedictus zu bewundern ist: ein kräftiger aber nicht zu wuchtiger Bass, ein Tenor mit weicher, lyrischer Stimme, ein Alt mit einem sprechenden und vollen aber nirgendwo aufdringlichen Timbre, ein Sopran mit einem hellen Klang, aber einem leichten Touch ins Opernhafte - alles in allem jedoch sehr homogen. Das Orchester spielt sich nirgendwo in den Vordergrund (besondere Erwähnung verdient aber das schöne Geigensolo im "Et incarnatus est" im Credo), begleitet zuverlässig das vokale Geschehen.

Die Einspielung von Janowski (2012) ist, was die Gesamtdauer betrifft mit 61'35 etwas langsamer als die von Chailly (61'06) aber schneller als z.B. Davis (64'20), wobei Davis im Gloria bedeutend schneller ist. Damit gehört sie in die Gruppe der langsameren Aufnahmen - die Messe schreitet bei Janowski tatsächlich gemessen einher; der Anfang des Gloria z.B. ist bedächtiger als man bei einem Allegro erwarten würde. In seiner Aufnahme steht der Chor zentral, die Solisten haben manchmal Schwierigkeiten, sich neben dem Chor zu behaupten (z.B. im Kyrie 69-71), und das Orchester manifestiert sich an ff-Stellen öfters als diffuse Klangmasse, wobei sich einzelne Instrumente nur  erraten lassen (vielleicht ein Problem bei Hybridaufnahmen?). Der Chor reagiert alert, der Klang ist homogen und weich, Stellen wie z.B. die Schlussfugen im Goria und im Credo bleiben durchsichtig - sicherlich auch ein Verdienst des Dirigenten, der ein straff durchgehaltenes, gewissermaßen "pulsierendes" Grundtempo einhält. Der Anfang des Credo hat viel Drive, Tempo und Dynamik sind ausgewogen. Nicht überzeugt leider das Tenorsolo "Et incarnatus est": Der Tenor singt mit viel Vibrato, die dynamische Spannweite seiner Stimme ist nicht groß, pp und p sind zu laut, sein Vortrag wirkt nicht "misterioso" und ist auch nur wenig dolce und auch die Umgebung wirkt nicht mit: die Solovioline spielt nicht geschmeidig, eher hart, und die Flöten sind zu laut. Das "Crucifxus"  (ab 160) wird sehr langsam genommen, wodurch die Stelle viel Gewicht bekommt; Bass und Chor hauchen die pp-Stellen sehr eindrucksvoll hin, die Worte "sub Pontio Pilato" werden, wie es die Partitur auch vorschreibt, auf jeder Silbe betont (wozu das langsame Tempo die Möglichkeit bietet!), so die theologische Schuld des Pilatus an dem "passus" musikalisch unterstreichend, und die Posaunen bilden den Abgesang. Im Kontrast dazu unterstreicht das "et resurrexit" auf den stampfenden Rhythmen des Orchesters den Jubel über die Auferstehung; die Stelle wird sehr differenziert herausgearbeitet. Das "Judicare" klingt als Bestätigung, nicht wild, sondern majestätisch - vielleicht nicht ganz Allegro, aber wirksam. Auch das Solistenquartett am Ende profitiert vom langsameren Tempo, weil es voll aussingen kann. Die Solisten überzeugen: der Sopran hat eine volle, beherrschte Stimme, der Alt klingt warm (wunderbare Mischung der beiden im Gloria T. 157-159!), der Bass singt zwar wie der Tenor mit ziemlichem Vibrato, hat aber seine weit geschmeidigere Stimme unter Kontrolle; im Quartett befriedigt auch der Tenor. Das Agnus Dei gestaltet sich als demütige Bitte um Frieden, wobei der kurze leidenschaftliche Ausbruch (98-102) gedämpft erklingt, im Einklang mit dem klassischen Geist der ganzen Einspielung. 

Tempomäßig befindet sich Hennig (2012) in der Nähe Janowskis, im breit gestreuten Mittelfeld also. Der Live-Mitschnitt ist Teil eines Konzertes, in dem auch der 150. Psalm und das Te Deum aufgeführt und auf einer DVD festgehalten wurden. Leider hat auch die Messe unter einer nicht optimalen Aufnahmetechnik zu leiden, bei der der Chor ins Hintertreffen geraten ist. Das ist schade, denn gerade der Chor, der sich aus nicht-professionellen Kräften zusammensetzt, trägt die Aufführung; das - professionelle - Solistenquartett und auch das Orchester sind die Schwachpunkte bei diesem Konzert. Das Orchester leistet sich manchmal kleine Schnitzler, besonders die Bläser - schon gleich zu Anfang z.B. im Kyrie das Fagott (T. 13), das am Ende im Agnus Dei T. 28-33 den Gesang des Chores ermordet, im Credo gibt es diverse ungleiche Einsätze der Bläser; das Violin- und Bratschensolo im "Et incarnatus est" im Credo lässt Intensität vermissen, spielt zu wenig Legato und bestimmt kein "dolce", ähnlich die Oboe in T. 504-508, die ebenfalls kein Legato spielt - in beiden Fällen tut das der Aussagekraft der Stelle Abbruch. Das Solistenquartett ist bestimmt nicht schlecht, besonders die Altistin hat eine angenehm-dunkle Stimme und weiß gegenüber den anderen auch Stimmfülle zu produzieren, der Bass singt seine kleine Rolle sehr beherrscht, aber die beiden solistischen Hauptakteure, Tenor und Sopran (in der Reihenfolge ihrer Bedeutung in der Partitur!) enttäuschen - so ist der Einsatz "Christe" der Sopranistin im Kyrie (T. 43) schrill, die Stimme des Tenors klingt manchmal angestrengt und in höherer Lage kehlig, wie man im "In carnatus est" (Credo) leider feststellen muss - es fehlt der Schmelz, der dieser Stelle doch eignen sollte. Der Chor überzeugt, kämpft aber einen ungleichen Kampf gegen das Orchester, das nicht nur von der Aufnahmetechnik begünstigt wird, sondern auch von sich aus unsensibel wirkt und den Chor immer wieder abmurkst. Der Chor dagegen singt einfühlsam, wechselt subtil zwischen den einzelnen Stärkegraden, wie schon gleich beim "Christe" (T. 50ff.) im Kyrie zu hören ist; in dem Wechselgesang zwischen Sopran, Bass und Chor (T. 113-126), wo die Balance zwischen den diversen Akteuren stimmt, überzeugt der Chor mit seinem pp. Da, wo das Orchester mitspielt, ist das Gleichgewicht weg, wie man schon gleich zu Anfang des Gloria feststellen kann; der Chor kann hier zu wenig Präsenz entfalten. In der Schlussfuge hat der Chor dadurch kaum eine Chance, das Orchester drängt den Chor in den Hintergrund und bringt die Fuge so leider um ihre Wirkung. Aus irgendeinem Grund wirkt dann der kraftvolle Einsatz des Credo wohl. Beim darauf folgenden pp von "et invisibilium" wird der Chor dagegen von den Bläsern an die Wand gespielt, und auch in Stellen, wo sich der Chor mit den Solisten abwechselt, wie etwa in T. 49-61, ist der Zusammenklang gestört: Die Solisten sollen dort pp singen, der Chor ff, aber von dieser Differenzierung ist wenig zu merken. Der dramatische Höhepunkt , das "Et resurrexit" (ab 200), hat unter der Klangtechnik zu leiden, die Wirkung verpufft. Ab 297 ("cujus regnis") wirkt das Tempo plötzlich unerwartet schnell und straff (bis T. 427), was nicht ganz überzeugt, die Stelle wirkt wie heruntergespielt. Und in der Fuge tritt bei R (T. 504) ein starkes Ritardando ein, das so nicht in der Partitur steht. Das Benedictus ist sehr stimmungsvoll, fast beschwörend, obgleich auch bei dieser getragenen, wunderschönen Melodie der Chor nicht den Platz bekommt, den er verdient. Noch ein Wort zur Orgel, die in diesem Mitschnitt an einigen Stellen zu hören ist: In der Haas-Partitur sucht man sie vergeblich, sie kommt aber in der alten Wöss-Partitur vor und wird jetzt vom MWV als "ad libitum" angegeben; in Hennigs Aufführung ist sie an einigen Stellen sehr deutlich hörbar, besonders im Credo, und im Agnus Dei sorgt vermutlich sie in T. 23 für einen Misston und ist T. 59-64 sogar störend laut.

Bei Krager (2013) scheint, wie bei manchen anderen Dirigenten auch, der Bezug zur Religion nicht existent zu sein - es handelt sich um Musik, alles andere ist nicht Mystik, sondern Mystifikation. Diese Aufnahme setzt auf Emotion, ja Pathetik, leise Töne gibt es kaum. Das Kyrie setzt ruhig (aber nicht langsam) ein und schwingt sich dann in immer weiteren Kreisen zum ersten Klimax hoch. Der Bass hat eine sonore, seriöse Stimme, der Sopran singt leider mit viel Vibrato und gestaltet ihr Solo etwas opernhaft. Leise Töne sind bei dieser Aufnahme wie gesagt selten; das pp des Chores ist meistens ein p (obgleich ab T. 139 doch pp möglich zu sein scheint), und das gilt mutatis mutandis auch für das Orchester. Der Eingang des Gloria wird flott gesungen - für den Chor kein Problem, wohl aber für die Streicher, die hier leider ungenau klingen. Anders ist der Effekt im Credo, das eingangs wuchtig daherkommt und durch das straff durchgehaltene Tempo, die prominent hörbaren Paukenschläge und durch seine Rhythmik einen richtigen Sog beim Hörer entwickelt. Chor und Orchester beachten die dynamischen Vorschriften der Partitur einigermaßen (obwohl deren Einhaltung bei dieser Aufführung offenbar kaum Priorität hatte), aber das Solistenquartett singt sein pp (T. 52) als f. Der Tenor singt das "Et incarnatus est" durch sein Vibrato etwas unfest, singt alles auf einem Ton - nicht "misterioso", nicht "dulce", und auch meistens relativ laut. "Et homo factus est" klingt opulent-düster, mit schönem, sich in den Vordergrund spielendem Violinsolo, das Crucifixus wirkt dräuend. Das Orchesterzwischenspiel ab 183 (E), als Überleitung zu "Et resurrexit", ist gut gespielt, wenn auch rhythmisch etwas diffus; die Pauken bei 191 sind gut hörbar, verschießen aber ihr Pulver zu früh, das ff wird zu früh erreicht. Ähnlich liegt die Sache beim "et iterum venturus est" (ab 232), wo die Partitur einige Male zwischen f und ff wechselt und außerdem Akzente vorschreibt, was in der Aufnahme unhörbar bleibt. Die Schlussfuge dagegen gelingt überzeugend, Chor und Orchester entwickeln hier sehr viel Power, deutlich unterstützt von einer größeren Orgel - es ist eine der wirkungsvollsten Stellen dieser Einspielung. Sehr reizvoll ist - als Offertorium gedacht - die Einschaltung des Ave Maria WAB 7; leider überzeugt die Interpretation nicht: Die dynamischen Zeichen bleiben weitgehend unbeachtet, und das gilt auch für andere Vortragsbezeichnungen. Außerdem ist das Lied für eine Altstimme gedacht! Im Benedictus realisiert das Solistenquartett das "dolce" (ab 18) sehr schön, leider klingen die Streicher in diesem Satz stellenweise (etwa 68-74) nicht unisono. Die vielen Detailbemerkungen dürfen aber nicht vergessen lassen, dass vieles an dieser Aufnahme gelungen ist, dass der Gesamteindruck stellenweise überrumpelnd ist, wozu auch die Klangtechnik - kompakter, realistischer Klang - beiträgt.

Der Live-Mitschnitt unter Ticciati (2013), zufälligerweise in demselben Monat entstanden wie die Kragers, atmet einen anderen Geist: nicht Pathetik, sondern Verhaltenheit ist hier ein hervorstechendes Merkmal; außerdem wird die Partitur immer wieder subtil umgesetzt. Das wird schon gleich beim Kyrie hörbar. Die Musik klingt demütig, nirgendwo wird Kraft demonstriert. Das Tempo ist ruhig und besonnen, wird aber niemals träge. Aus der Art und Weise, wie auch Bruckners Akzentzeichen umgesetzt worden sind, spricht Sorgfalt. Beim Gloria fällt auf, dass die Aufnahme an Tutti-Stellen kompakt klingt, manches droht da im allgemeinen Forte unterzugehen, zumal der Chor einen großen dynamischen Bereich hat. Die Schlussfuge wird sehr leicht und relativ schnell genommen. Die Eingangssequenz des Credo klingt energisch und ist auch relativ schnell; Solisten und Chor wechseln sich wirkungsvoll ab. Das Tenorsolo "Et incarnatus est" überzeugt, auch wenn die dynamische Bandbreite seiner Stimme nicht groß ist - dafür aber singt er wirklich 'dolce' und hat nicht die Neigung zu schreien; das Violinsolo schmiegt sich hier schön an die Stimme des Tenors. Auch hier exploriert der Chor die ganze Skala von pp bis ff; dasselbe gilt für den Basssolisten, der deutlich in der Dynamik differenziert und in T. 177-178 und T. 182 ein hingehauchtes pp hinlegt - viele Solisten versagen hier; das Solistenquartett bildet in dieser Aufnahme sowieso ein harmonisches Ganzes. Überwältigend klingt die Szene des Jüngsten Gerichts, das "Judicare" (ab F, T. 191-296), die anschließende Schlussfuge wird auch hier, wie beim Gloria, leicht und eher schnell gespielt, der Klimax mit ff bleibt beherrscht. Im Benedictus berührt das zarte Zusammenspiel von Solisten und Chor in seiner Innigkeit und Schönheit, wonach sich im jauchzenden Hosanna die Spannung entlädt. Das Agnus Dei führt wieder zum Kyrie zurück; der Dirigent nimmt sich Zeit, z.B. bei den Pausen (etwa in T. 66), auch das Tempo (Andante) wirkt ruhig, ohne langsam zu werden; die Musik klingt langsam aus, ohne sentimentale Verlängerung des letzten Akkords. Eine schön ausbalancierte Aufnahme.

Auch das Jahr 2015 beschert uns mit zwei Aufnahmen, und zwar von Cornelius Meister und von Gerd Schaller. In beiden Fällen handelt es sich um Rundfunkmitschnitte eines öffentlichen Konzertes, und dabei schneidet der Bayerische Rundfunk besser ab als der ORF. Die Aufnahme unter Meister klingt zwar 'warm', dafür aber auch leicht verschwommen, sie ist weniger gut durchhörbar. Meister lässt insgesamt eher langsam spielen: Mit 62:37 liegt seine Interpretation in der Nähe von Celibidaches erster Aufnahme der Messe. Zusammen mit dem besonders in f-Passagen etwas diffusen Klang bewirkt das manchmal einen 'weihevollen', ja 'mystischen' Anstrich, da wo Schaller klare Linien anstrebt. Meister strebt manchmal wahre Klangexplosionen an, die vor allem Emotionalität signalisieren. Obwohl Meister durchaus ein Auge für Details hat - so verzögert er z.B. im Gloria ab und zu (z.B. T. 231ff.), um dadurch einen dramatischeren Effekt zu erzielen - hat er vor allem den großen Spannungsbogen im Auge. Nicht nur klangtechnisch, auch interpretatorisch würde man sich ab und zu, bei Bewahrung der großen Linie, mehr Präzision wünschen. Im Credo sticht das "Et incarnatus est" hervor durch die gesangliche Leistung des Tenors: eine schöne Stimme, die auch 'dolce' singen kann und die Dynamik der Stelle schön abstuft. Die Solisten - alles renommierte Namen - sind aber neben der Aufnahmetechnik eine andere Schwachstelle in dieser Aufnahme; Sie haben stellenweise opernhafte Allüren, stehen auch ziemlich im Vordergrund, und können, mit Ausnahme des Tenors, nicht durch gesangliche Leistung punkten. Es gibt aber durchaus schöne Stellen in dieser Aufnahme, etwa das bewegende "Crucifixus" im Credo (T. 150-190), aber gleich darauf donnert das "Et resurrexit" (ab T. 191) in Höchstgeschwindigkeit vorbei - ist das "Allegro"? - auf alle Fälle verliert diese dramatische Stelle, da wo es der Aufnahme sowieso schon an Präzision mangelt, an Schärfe und Sprengkraft. Die Schlussfuge hingegen überzeugt: sie ist lebendig und klar, und die Schlusstakte kommen als katholischer "Pomp and Circumstance" daher, so wie es sein soll. Im Sanctus und Benedictus enttäuscht die Sopranistin, deren Stimme irgendwie 'gequetscht' und, besonders im Sanctus, schrill klingt. Vielleicht liegen dem Dirigenten besonders die mehr kontemplativen Stellen - so ist der Ausklang des Agnus Dei einfach schön. Trotz allem eine befriedigende Sicht auf die Messe, die aber der Konkurrenz nicht gewachsen sein wird.

Schaller ist zunächst einmal fast drei Minuten schneller als Meister und verbleibt damit im mittleren Feld, in der Nähe etwa eines Blomstedt. Dann ist seine Aufnahme klanglich völlig anders: Ihr Klang ist klar und präsent, die Klippen einer Kirchenakustik konnten offenbar weitgehend umsegelt werden. Trotz dieser Klarheit wirkt das Kyrie inbrünstig, die dynamischen Vorschriften der Partitur werden beachtet. Die Solisten sind präsent, ohne sich auf Kosten des Chores zu profilieren, sie singen im Kyrie zusammen mit dem Chor sogar pp (T. 105ff.). In T. 117-120 betont Schaller, wie auch an manchen anderen Stellen, stark den Rhythmus der Achtel in den Celli und Kontrabässen. Es gibt hier nichts Vages, nichts Verschwommenes, seine Interpretation suggeriert nicht mystische Religiosität, sondern ist sachlich-kühl - und überzeugt damit. Auch im Gloria wird deutlich, dass Schaller gerne die Rhythmik einer Stelle präzise herauaarbeitet, etwa beim "glorificamus" (T. 26ff.), was der Musik etwas Martialisches, fast Stampfendes gibt - für ein Gloria durchaus berechtigt. Der Chor stellt seine Flexibilität unter Beweis, etwa beim "Qui tollis" (ab T. 116, bei E), wo er zwischen p - f - ff über diverse Crescendi und Diminuendi hin und her gleitet und dabei nicht an Intensität verliert. Der kurze Passus von Alt und Sopran (T. 157-159) bekommt viel Luft zum Atmen, die Bitte um Mitleid kann gehört werden - es ist nur ein Detail, aber bezeichnend für Schallers Herangehensweise, wie auch ein anderes Beispiel zeigt: "In gloria Dei Patris" (T. 231-236) wird pp und gleichzeitig stockend gebracht - als Vorbereitung auf die Klimax ab T. 238, die zwar "ziemlich langsam" gesungen werden soll, wo Schaller aber vor allem das "ziemlich" liest. Die Schlussfuge ist immer schwierig, nicht nur, weil sie technisch hohe Ansprüche stellt, sondern auch, weil sie nicht allzu akademisch klingen soll; Schaller füllt sie mit Leben. Der Übergang vom Gloria zum Credo ist minimal, nämlich nur der Nachhall des ersteren - darin zeigt sich die Säkularisierung der Messe... Das Anfangs-Allegro wird mit großem Einsatz gesungen, wonach das "Et incarnatus est" wie eine Oase anmutet; das wechselnde Zusammenspiel von Tenor-, Violin- und Violasolo ist selten so eindringlich festgehalten worden. Der Chor singt, wo es die Partitur verlangt, wunderschön leise, etwa beim "homo factus est" (157ff.), so das religiöse Mysterium andeutend. Leider sind die Bläser nach dem "passus et sepultus est" etwas laut, wodurch sie die düstere Grabesstimmung der Musik beeinträchtigen. "Et resurrexit" ist dann frohlockend, triumphierend, das nachfolgende "judicare" vehement und drohend. Das Solistenquartett besticht hier (aber z.B. auch im Benedictus) durch Homogenität. Die Schlussfuge klingt transparent und wirkt streng. Das Benedictus klingt nach so viel Dramatik sogar leicht, auch durch sein flüssiges Tempo. Die Aufnahme versucht, Solisten, Chor und Orchester "gleich" zu behandeln, so dass sie einerseits jedes für sich präsent sind und andererseits als Einheit erklingen. Eine gelungene Einspielung!



Konrad von Abel
Stanislava Stoytcheva, Regine Jurda, Bernhard Berchtold, Tareq Nazimi
MonteverdiChor München, Carmina Viva München, Concentus Merula Landsberg a. Lech, Neue Internationale Philharmonie
Aufnahmedatum: 15.7.2012 Live (München, Herkulessaal der Residenz)
Aufführungsdauer: *77'41 (13'38, 15'19, 24'10, 02'29, 11'07, 10'58)
Ausgaben: CD: Klangwork

Göran Altéus
Mari Anne Häggander, Carina Morling, Tord Sunnegårdh, Mikael Samuelsson
Södertälje Kammarkör, Södertälje Körsällskap, Astrakören, Södertälje symfoniorkester
Aufnahmedatum: 25.2.1979 Live (Södertälje, Mariekällskolan)
Aufführungsdauer: *58'51 (09'25, 12'15, 18'41, 02'12, 08'07, 08'11)
Ausgaben: LP: ES 005-2
Bem.: nur chorintern erhältlich?- Die vi-de-Stelle im Gloria (T. 170-179) wird nicht gespielt.

Igor Andrievskiy
Olena Shinal, Nina Kharchenko, Vadim Solokiy, Konstantin Tripolskiy
B. Liatoshinskiy National Music Ensemble of Ukraine (Kammerchor und -orchester)
Aufnahmedatum: 19.1.2008 Live (Kiev/Ukraine)
Fassung/Partitur: Edition Schalk-Wöß
Aufführungsdauer: *65'59 (13'13, 12'10, 18'28, 02'31, 09'21, 10'16)
Ausgaben: Video: YouTube

Takashi Asahina
Katsura Nakazawa, Naoko Ihara, Makoto Hayashi, Futoshi Katsube
T.C.F.-Chor, Osaka Philharmonic Orchestra
Aufnahmedatum: 16.9.1983 Live?
Aufführungsdauer: *58'30 (10'12, 12'15, 17'56, 02'14, 08'09, 07'44)
Ausgaben: LP: Victor SJX-9578; CD: Victor VDC-521, Victor VDC-1195, Victor VICC-60655
Bem.: Die vi-de-Stelle im Gloria (T. 170-179) wird nicht gespielt.

Daniel Barenboim
Heather Harper, Anna Reynolds, Robert Tear, Marius Rintzler
New Philharmonia Chorus & Orchestra
Aufnahmedatum: P 1972
Fassung/Partitur: Nowak
Aufführungsdauer: (EMI 5 65824) *57'29 (10'18, 10'02, 17'34, 02'08, 08'14, 09'13)
Ausgaben: LP: EMI ASD 2836, Electrola C 063-02 318, EMI C 069 02 318, Angel S-36921; CD: EMI 627-565 824-2 (2 CD), EMI 5 65824 2, EMI 5 85508-2 (2 CD, mit Te Deum und Messe Nr. 2, und Motetten unter Pitz)
Bem.: ohne Orgel - Bem.: Die vi-de-Stelle im Gloria (T. 170-179) wird nicht gespielt.

Matthew Best
Juliet Booth, Jean Rigby, John Mark Ainsley, Gwynne Howell
Corydon Singers & Orchestra
Aufnahmedatum: 2/1992
Aufführungsdauer: *58'32 (09'37, 11'15, 19'53, 02'14, 07'11, 08'22)
Ausgaben: CD: Hyperion CDA 66599, Hyperion CDS44071/3 (3 CD) ; mp3-CD: RMG Records Bruckner CD 2 (Symphonien 7-9, unter Böhm und E. Jochum, Te Deum, Messe Nr. 1 und Requiem (Best), Messe Nr. 3 Rilling))
Bem.: Die vi-de-Stelle im Gloria (T. 170-179) wird nicht gespielt.

Paul Bischoff
Rosemarie Jakschitsch, Jolanta Michalska-Taliaferro, Oly Pfaff, Andreas Sommerfeld
Chor der Johanneskirche Sindelfingen, Stuttgarter Symphoniker
Aufnahmedatum: 9./10.11.1996, live (Sindelfingen, Johanneskirche)
Aufführungsdauer: *58'53 (09'19, 12'08, 18'20, 02'22, 08'38, 08'06)
Ausgaben: CD: Ausgabe des Chores Nebaton PBS 5/NES 016
Bem.: Die vi-de-Stelle im Gloria (T. 170-179) wird nicht gespielt.

Herbert Blomstedt
Eva Jenis, Ingeborg Danz, Marius Brencia, Franz Josef
NDR Chor und Orchester, SWR Vokalensemble
Aufnahmedatum: 17.3.2003 Live (Hamburg, Musikhalle)
Aufführungsdauer: *59'51 (10'05, 12'33, 18'37, 02'17, 08'00, 08'19)
Ausgaben: CD: En Larmes ELS 03 348
Bem.: Das Cover erwähnt nicht das ebenfalls an der Aufführung beteiligte SWR Vokalensemble; der damalige Rundfunkmitschnitt stammt vermutlich vom 16.3.2003. - Die vi-de-Stelle im Gloria (T. 170-179) wird nicht gespielt.

Herbert Blomstedt
Juliane Banse, Claudia Mahnke, Christian Elsner, Markus Butter
Rundfunkchor Berlin, Berliner Philharmoniker
Aufnahmedatum: 5.3.2011 Live (Berlin, Philharmonie)
Aufführungsdauer: **58'02 (09'33, 12'02, 18'13, 02'10, 07'52, 08'12)
Ausgaben: CD: House of Opera CD88169
Bem.: Vermutlich ist hier House of Opera ein Fehler unterlaufen und wird die Partie des Tenors nicht von Christian Elsner, sondern von Dominik Wortig gesungen: Sowohl ein Rundfunkmitschnitt von RBB Kulturradio vom 5.3. wie eine Videoaufzeichnung der Berliner Philharmoniker selbst vom 6.3. legen dies fast zwingend nahe. Dank an Miyazawa Yoshiomi, der mich auf diese Diskrepanz hingewiesen hat.

Leon Botstein
Meagan Miller, Elizabeth Batton, Richard Clement, Kevin Deas
Concert Chorale of New York, American Symphony Orchestra
Aufnahmedatum: 1/2003 Live (New York, Avery Fisher Hall)
Aufführungsdauer: *54'34 (09'11, 11'04, 17'02, 01'55, 07'08, 08'14)
Ausgaben: Orchesterdownload
Bem.: Die vi-de-Stelle im Gloria (T. 170-179) wird gespielt.

Benedikt Brändle
Kurrende Tübingen, Ensemble Hiemis Aetatis
Aufnahmedatum: 13.2.2000 Live (Tübingen, Stiftskirche)
Aufführungsdauer:
Ausgaben: CD: Ausgabe des Chores (wird nur chorintern vertrieben); mp3: Internetseite des Chores (nur Anfang des Credos und Sanctus)

Sergiu Celibidache
Suzanne Danco, Marga Höffgen, Waldemar Kmentt, Frederick Guthrie
Coro e Orchestra Sinfonica di Roma della RAI
Aufnahmedatum: 15.3.1958 Live
Fassung/Partitur: 1881, Haas
Aufführungsdauer: *62'25 (10'37, 12'22, 19'37, 02'05, 09'07, 08'37)
Ausgaben: LP: Melodram MEL 214 (2 LP, zus. mit Te Deum unter Klemperer); mp3: Luna LU-1023 (Download von Opera-Club.web, 3 CD)
Bem.: Die vi-de-Stelle im Gloria (T. 170-179) wird nicht gespielt.

Sergiu Celibidache
Margaret Price, Doris Soffel, Peter Straka, Matthias Hölle
Chor der Münchner Philharmonie, Mitglieder des Münchner Bach-Chors, Münchner Philharmoniker
Aufnahmedatum: 6.3.1990 Live (München, Philharmonie am Gasteig)
Fassung/Partitur: 1881, Haas
Ausgaben: CD: Toshiba EMI TOCE 9801/12 (12 CD), EMI TOCE 9906, EMI TOCE-11623
Bem.: Vgl. nächstes Item

Sergiu Celibidache
Margaret Price, Doris Soffel, Peter Straka, Matthias Hölle
Chor der Münchner Philharmonie, Mitgl. des Münchner Bach-Chors, Münchner Philharmoniker
Aufnahmedatum: 6.+9.3.1990 Live (München, Philharmonie am Gasteig)
Fassung/Partitur: 1881, Haas
Aufführungsdauer: (EMI) *76'16 (12'24, 14'58, 24'11, 02'36, 11'27, 10'40)
Ausgaben: CD: EMI 5 56702 2, EMI 5 56688 2 (12 CD-Box); auch als LaserDisc und Video in dem Film Celibidache - Man will nichts - man läßt es entstehen: LD: Teldec WPLS 4028 resp. 4131, Video: Teldec 4509 96438 3 - Fragmente aus Proben und Konzerten
Bem.: Nach der sehr detaillierten Auflistung der Tondokumente Celibidaches im Internet (CeLIST Search Tool) würde es sich hier um zwei verschiedene Aufnahmen handeln! Allerdings ist die Zuordnung der einzelnen Ausgaben nicht eindeutig. - Die vi-de-Stelle im Gloria (T. 170-179) wird nicht gespielt.

Sergiu Celibidache
Margaret Price, Doris Soffel, Peter Straka, Hans Sotin
Philharmonischer Chor München, Münchner Philharmoniker
Aufnahmedatum: 13.9.1990 Live
Fassung: 1881, Haas
Aufführungsdauer: *77'04 (13'18, 15'28, 23'49, 02'36, 11'01, 10'52)
Ausgaben: CD: Exclusive EX92T37/38 (13.9.90)
Bem.: Die vi-de-Stelle im Gloria (T. 170-179) wird nicht gespielt.

Sergiu Celibidache
Margaret Price, Doris Soffel, Peter Straka, Hans Sotin
Philharmonischer Chor München, Münchner Philharmoniker
Aufnahmedatum: 23/24.9.1990 Live (St. Florian, Brucknerfestspiele)
Fassung/Partitur: 1881, Haas
Ausgaben: LD: Pioneer LDC PILC 1184 (Celibidache in St. Florian, Probe und Konzert) 

Sergiu Celibidache
Margaret Price, Doris Soffel, Peter Straka, Matthias Hölle, Hans Sotin
Philharmonischer Chor München, Münchner Philharmoniker
Aufnahmedatum: 9/1993, München, Philharmonie im Gasteig und Stiftskirche St. Florian
Fassung/Partitur: 1881, Haas
Aufführungsdauer: ca. 59'10
Ausgaben: DVD: Arthaus Musik 100 250
Bem.: Die DVD bringt Fragmente aus den Proben in München und St. Florian und aus dem Konzert in St. Florian: Orchesterproben mit und ohne Chor und Solisten, Chorproben mit Klavierbegleitung und einige Fragmente (aus dem Credo, dem Benedictus und dem Agnus Dei) aus dem Konzert. Der Name des Chores wird auf dem Cover nicht angegeben, wohl aber im Beiheft.

Riccardo Chailly
Luba Orgonasova, Nathalie Stutzmann,Hans Peter Blochwitz, Kurt Moll
NiederländischerRundfunk-Chor, Concertgebouworchester
Aufnahmedatum:13.10.1996 Live (Amsterdam, Concertgebouw)
Aufführungsdauer: *61'06 (09'24, 12'03, 19'47, 02'17, 08'26, 09'09)
Ausgaben: CD: Q disc MCCM 97033 (Box CD 12)
Bem.: Die vi-de-Stelle im Gloria (T. 170-179) wird gespielt.

Colin Davis
Karita Mattila, Marjana Lipovšek, Thomas Moser, Kurt Moll
Chor u. Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks München, Elmar Schloter (Orgel)
Aufnahmedatum: 6/1988
Aufführungsdauer: *64'20 (11'27, 12'54, 18'39, 02'28, 08'46, 10'06)
Ausgaben: CD: Philips 422 358-2
Bem.: Die vi-de-Stelle im Gloria (T. 170-179) wird gespielt.

Heinz-Rüdiger Drengemann
Solisten?
Großer Chor der Universität Heidelberg, Orchester der Universitär Heidelberg
Aufnahmedatum: 1996 Live (Heidelberg, Jesuitenkirche)
Aufführungsdauer:
Ausgaben: CD: Ausgabe des Chores

Michel Dumonthay
Ai Ichihara, Brigitte Lang-Gröger, Frieder Lang, Ivan Orescanin
Choeur Pro Classica Morges, Nouvel Orchestre de Genève
Aufnahmedatum: 28.11.2004 Live (Temple de Morges)
Aufführungsdauer:
Ausgaben: CD: Ausgabe des Chores

Theodor Egel
Gilah Yaron, Marga Höffgen, Siegfried Jerusalem, Boris Carmeli
Freiburger Bachchor, Mitglieder des Cäcilienvereins Frankfurt, Sinfonieorchester des Südwestfunks
Aufnahmedatum: 21.6. 1980 Live (Freiburger Münster)
Aufführungsdauer: *63'14 (09'57, 12'19, 21'43, 02'10, 08'40, 08'25)
Ausgaben: LP: SWF 64/65 (2 LP, zus. mit dem Te Deum)
Bem.: Die vi-de-Stelle im Gloria (T. 170-179) wird nicht gespielt.

Matthias Elger
Maraike Schröter, Hanna Wollschläger, Ralph Eschrig, Ingolf Seidel
Chor der Erlöserkirche Berlin, Berlin Sinfonietta
Aufnahmedatum: 10.4.2011 Live (Berlin, Erlöserkirche)
Aufführungsdauer:  *58'12 (09'02, 11'58, 18'56, 02'25, 08,03, 07'48)
Ausgaben: CD: Tonstudio Rupprecht Berlin
Bem.: Die vi-de-Stelle im Gloria (T. 170-179) wird nicht gespielt.

Klaus Fischbach
Cynthia Dyre, Diane Pilcher, Mark Garcia, Bardo Menke
Trierer Domchor, Madrigalchor Klaus Fischbach, Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken
Aufnahmedatum: 30.10.1994 Live (Trier, Dom)
Aufführungsdauer: (nur Agnus Dei) *08'20
Ausgaben: CD: Sacral TDC/MCF 19 2001 (Trierer Domkonzerte)
Bem.: Das CD-Heft erwähnt keine Aufführungsdaten (© 2001); Datum Mitteilung von Prof. Fischbach. 

Andreas Fischer
Solisten?
Kantorei der St. Katharinen-Kirche Hamburg
Aufnahmedatum: 1998
Aufführungsdauer: (nur Benedictus)
Ausgaben: CD: Ausgabe des Chores (2 CD)

Karl Forster
Helma Prechter, Ursula Fröhlich, Rudolf Schock, Hans-Heinz Nissen
Chor der St. Hedwigs-Kathedrale Berlin, Radio-Sinfonie-Orchester Berlin
Aufnahmedatum: 20.6.1946
Aufführungsdauer: (nur Et incarnatus est aus dem Credo mit Rudolf Schock)
Ausgaben: 78: ?; CD: Relief CR 3001 (2 CD)
Bem.: Schock sang die Messe auch live am 6.10.1946 in Berlin; die oben angegebene Besetzung basiert auf dem Konzert, da das exakte Datum der Aufnahme bisher nicht eruiert werden konnte.

Karl Forster
Pilar Lorengar, Christa Ludwig, Josef Traxel, Walter Berry
Chor der St. Hedwigs-Kathedrale Berlin, Berliner Symphoniker
Aufnahmedatum: 10.3.1962 (Katalog Michael Gray)
Fassung/Partitur: 1881, Haas
Aufführungsdauer: *53'18 (08'00, 10'25, 18'01, 02'08, 07'17, 07'27)
Ausgaben: LP: Electrola E/STE 80715, VSM FALP/ASDF 757, ST 899, EMI Da Capo 1C 047 28962, EMI 037-290 640-1, EMI 137-291 125-3, Angel 35982, Jalons de la musique sacrée JMS 740; CD: EMI 697-252 180-2 (3 CD), EMI CZS 25 2909 2 (2 CD, mit Messe Nr. 2 unter Gönnenwein und Motetten unter Pitz), Bearac BRC-1974, Hamburger Archiv für Gesangkunst, Josef Traxel Edition vol. 4 (3 CD, u.a. mit Te Deum)
Bem.: Der Aufnahmenkatalog von EMI-Deutschland gibt als Aufnahmedatum den 15.3.1962 - (Katalognummern 252183 und 28962), was bedeuten würde, dass die Messe an einem einzigen Tag aufgenommen wurde. - Bem.: Die vi-de-Stelle im Gloria (T. 170-179) wird nicht gespielt.

Johannes Fuchs
Hildegard Behrens, Naoko Ihara, Dieter Ellenbeck, Peter Lagger
Kammerchor Zürich, Tonhalle-Orchester Zürich, Idda Fuchs-Heuberger (Orgel) 
Aufnahmedatum: 5.12.1976 Live (Tonhalle Zürich)
Aufführungsdauer: *58'29 (09'33, 11'26, 19'47, 02'01, 08'22, 07'20)
Ausgaben: LP Adagio/Orell Füssli OS PH 918 (2 LP, zus. mit Te Deum und Os justi)
Bem.: Die vi-de-Stelle im Gloria (T. 170-179) wird nicht gespielt. - Zwischen Gloria und Credo ist die Motette Os justi eingefügt.

Christfried Göckeritz
Adelaya Zabarova, Juliane Bookhagen, Yun-Feng Hsu, Maciej Kozlowski
Anne-Kristin Grimm (Violinsolo), Aleksandar Jordanovski (Violasolo)
Hochschulchor, Kammerchor "Vocalisti Rostochiensis", Chor des Musikgymnasiums Schwerin
Hochschulorchester HMT-Rostock
Aufnahmedatum: 26.1.2015 Live (Rostock, Katharinensaal der Hochschule für Musik und Theater Rostock)
Aufführungsdauer: *56'50 (09'29, 11'23, 18'25, 01'57, 08'12, 07'24)
Ausgaben: Video: YouTube

Ludwig Götz
Maria Ulewicz, Claudia Schneider, Colin Balzer, Raphael Sigling
Chorgemeinschaft Musica Sacra Planegg - Maria Schutz Pasing, Mitglieder Münchner Symphonieorchester, Anton Waas (Orgel)
Aufnahmedatum: 9.11.2003 Live (Planegg, Kirche St. Elisabeth)
Aufführungsdauer: *63'07 (10'47, 13'15, 19'15, 02'19, 08'56, 08'35)
Ausgaben: CD: Ausgabe des Chores AVA
Bem.: Die vi-de-Stelle im Gloria (T. 170-179) wird nicht gespielt.

Hans Grischkat
Setsuko Inoue, Erika Schmidt, Peter Wetzler, Friedhelm Hessenbruch
Reutlinger Singkreis, Grischkat-Singkreis Stuttgart, Stuttgarter Philharmonie, Eva Hölderlin (Orgel)
Aufnahmedatum: 10.5.1969 Live (Stuttgart, Stiftskirche)
Aufführungsdauer: *67'31 (10'17, 15'01, 22'48, 02'08, 08'59, 08'18)
Ausgaben: LP: Sonderauflage für die Mariaberger Heime (2 LP)
Bem.: Die vi-de-Stelle im Gloria (T. 170-179) wird gespielt.

Ferdinand Großmann
Dorothea Siebert, Dagmar Herrmann, Erich Majkut, Otto Wiener
Wiener Akademie-Kammerchor, „Philharmonia Orchestra, Vienne" bzw. „Wiener Staatsphilharmonie" oder "Pro Musica Symphonie Orchester Wien"
Aufnahmedatum: vermutlich 1953
Fassung/Partitur: 1881, Haas (mit Einsprengseln der Erstdruck-Partitur?)
Aufführungsdauer: *57'15 (08'27, 12'27, 20'15, 01'56, 07'13, 06'57)
Ausgaben: LP: Vox PL 7940, Pantheon/Ring der Musikfreunde XP 2660, Europäischer Phonoklub Opera 1038; CD: Collection Le Monde de la musique sacrée vol. 12 (2 CD, zus. mit Te Deum u. 2. Messe unter Forster)
Bem.: Hinter den Orchesternamen verstecken sich die Wiener Symphoniker, die 1952 einen Vertrag mit Philips geschlossen hatten, der dieser Schallplattenfirma das Alleinrecht auf den Namen des Orchesters gab; andere Firmen, die Aufnahmen mit den Wiener Symphonikern machten, also etwa VOX, mussten sich andere Namen für das Orchester einfallen lassen, wie etwa „Vienna State Philharmonia". Dagegen erhoben dann die Wiener Philharmoniker Einspruch, weil die Ähnlichkeit mit deren Namen zu groß war, und so kam es letztendlich zum „Pro Musica Orchester"... - Für das Aufnahmedatum bietet ein Prospekt des Chores aus dem Jahr 1953, der die Aufnahme als "in preparation" bezeichnet, einen Anhaltspunkt (Mitteilung von Frau Dr. Lynne Heller, Universität für Musik und Darstellende Kunst) - Die vi-de-Stelle im Gloria (T. 170-179) wird nicht gespielt.

Daniel Harding
Dorothea Röschmann, Bernarda Fink, Andrew Staples, Anthony Michaels-Moore
Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Aufnahmedatum: 28.3.2010 Live (Luzern, Kultur- und Kongresszentrum)
Aufführungsdauer: **57'43 (10'01, 11'51, 17'37, 02'02, 07'53, 08'19)
Ausgaben: CD: Dirigent DIR 0554

Uwe Christian Harrer
Sopran- und Altsolist: Mitglieder der Wiener Sängerknaben, Michael Knapp (T), Gerhard Eder (B)
Wiener Hofmusikkapelle: Wiener Sängerknaben, Mitglieder des Herrenchores der Wiener Staatsoper, Mitglieder der Wiener Philharmoniker, Herbert Tachezi (Orgel)
Aufnahmedatum: 10.5.1998 Live (Wien, Großer Redoutensaal der Hofburg)
Aufführungsdauer: *57'58 (09'22, 11'56, 19'10, 02'10, 07'35, 07'45)
Ausgaben: CD: Hofmusikkapelle HMK 500-4
Bem.: Die vi-de-Stelle im Gloria (T. 170-179) wird nicht gespielt.

Henny Heikens
Hanneke Kaasschieter, José Scholte, Ludwig Van Gijsegem, Pierre Mak
Gereformeerd Oratoriumkoor Canticum Novum, Randstedelijk Begeleidingsorkest
Aufnahmedatum: 29.9.2001 Live (Rotterdam, Große oder St. Laurenskirche, Rotterdam)
Fassung/Partitur: vermutlich Erstdruckpartitur (Schalk)
Aufführungsdauer: *58'56 (09'59, 11'40, 19'18, 02'12, 07'48, 07'49)
Ausgaben: CD: Cantilena MM 2064 A-B (Jubileumconcert 1971-2001, 2 CD)
Bem.: Die vi-de-Stelle im Gloria (T. 170-179) wird nicht gespielt.

Claus-Erhard Heinrich
Ute Selbig, Susanne Krumbiegel, Falk Hoffmann, Gotthold Schwarz
Domkantorei Stendal, Kantorei Halberstadt, Mitteldeutsches Kammerorchester
Aufnahmedatum: 8.6.2013 Live (Dom St. Stephanus Halberstadt, Halberstädter Domfestspiele 2013)
Ausgaben: CD: Ausgabe des Domes? LA-HBS-1306 (Halberstädter Domfestspiele)

Thomas Hennig
Dionysia-Niovi Klavdianou, Rita Kapfhammer, Wolfram B. Meyer, Haakon Schaub
Berliner Oratorien-Chor, Uckermärkischer Konzertchor Prenzlau, Hard-Chor E.L.L.A.
Preußisches Kammerorchester (in sinfonischer Besetzung)
Aufnahmedatum: 11.11.2012 Live (Berlin, Philharmonie)
Aufführungsdauer: *61'59 (10'50, 11'27, 19'39, 02'26, 09'23, 08'14)
Ausgaben: DVD: tecdocfilm Produktion - Ausgabe des Chores (zus. mit Psalm 150 und Te Deum)(nur chorintern?)

Philippe Herreweghe
Ingela Bohlin, Ingeborg Danz, Hans-Jörg Mammel, Alfred Reiter
RIAS Kammerchor, Orchestre des Champs-Élysées
Aufnahmedatum: 3/2007
Aufführungsdauer: *55'02 (09'37, 11'40, 19'18, 02'12, 07'48, 07'37)
Ausgaben: CD: Harmonia Mundi HMC 901976
Bem.: Die CD enthält keinerlei Angaben zum Aufnahmedatum und -ort. - Die vi-de-Stelle im Gloria (T. 170-179) wird nicht gespielt.

Philippe Herreweghe
Hanneke de Wit, Tania Kross, Werner Güra, David Wilson-Johnson
Groot Omroepkoor, Royal Concertgebouw Orchestra
Aufnahmedatum: 17.6.2007 Live (Amsterdam, Concertgebouw
Aufführungsdauer: **52'55 (09'13, 10'57, 16'08, 02'06, 06'33, 07'58)
Ausgaben: CD: Antec AM 2536
Bem.: Die vi-de-Stelle im Gloria (T. 170-179) wird nicht gespielt.

Philippe Herreweghe
Letizia Scherrer, Ingeborg Danz, Robert Getschell, Morten Frank Larsen
Großer Rundfunkchor Hilversum, Niederländische Radio-Kammerphilharmonie
Aufnahmedatum: 12.2.2011 Live (Amsterdam, Concertgebouw)
Aufführungsdauer: **52'01 (09'10, 10'17, 16'20, 02'07, 06'38, 07'29)
Ausgaben: CD: House of Opera CD87049

Hannelore Hinderer
Petra Labitzke, Sabine Czinczel, Colin Balzer, Frank Wörner
Schorndorfer Kantorei, Ensemble musica viva Stuttgart
Aufnahmedatum: 2004
Aufführungsdauer:
Ausgaben: CD: Ausgabe des Chores

Alois J. Hochstrasser
Ellen van Lier, Jutta Bokor, Andres Schagerl, Günther Groissböck
Grazer Concertchor, Orchester der Pannonischen Philharmonie
Aufnahmedatum: 1.6.2003 Live (Weiz, Weizbergkirche)
Aufführungsdauer: *59'05 (09'48, 11'55, 18'40, 02'18, 08'48, 07'36)
Ausgaben: CD: Ausgabe des Chores
Bem.: Die vi-de-Stelle im Gloria (T. 170-179) wird nicht gespielt.

Günther Hoff
Silvia Weiss, Britta Schwarz, Nils Giesecke, Mario Hoff
Mitteldeutsches Kammerorchester, Magdeburger Universitätschor und -orchester
Aufnahmedatum: 30.5.1999 Live (Magdeburger Dom)
Aufführungsdauer: x (10'41, 12'19, 20'44, 02'25, 09'06, 0850)
Ausgaben: CD: Ausgabe des Chores? (offenbar nur chorintern); das Benedictus wurde offenbar auch selbständig veröffentlicht auf der CD Live-Konzertmitschnitte des Chores.

Martin Huetterott
Ursula Targler, Kristina Busch, WeiLong Tao, Frank Schiller
Oratorienchor St. Peter Sonneberg, Meininger & Ansbacher Kantorei, Vogtland-Philharmonie
Aufnahmedatum: 10/2011 Live (Sonneberg, Stadtkirche)
Aufführungsdauer: *55'48 (08'58, 11'36, 18'55, 02'06, 07'01, 07'12)
Ausgaben: DVD: Smitt Records (ohne Nummer)
Bem.: Die vi-de-Stelle im Gloria wird nicht gespielt.

Werner Hümmeke
Ingrid Schmithüsen, Eike Tiedemann, Markus Schäfer, Andreas Macco
Universitätschor Bielefeld, Oratorienchor Münster, Orchester?
Aufnahmedatum: 1/2002 Live
Aufführungsdauer:
Ausgaben: CD: Ausgabe der Universität Bielefeld

Fritz Indermühle
Barbara Locher, Jeanne Roth, Benoît Haller, Hanspeter Brand
Singkreis Wahlern/Schwarzenburg, Junger Chor Butzbach, Orchester?
Aufnahmedatum: ?
Ausgaben: CD: Ausgabe des Chores

Marek Janowski
Lenneke Ruiten, Iris Vermillion, Shawn Mathey, Franz Josef Selig
Berliner Rundfunkchor, Orchestre de la Suisse Romande
Aufnahmedatum: 6/2012
Fassung/Partitur: Fs. 1883, Ed. Hawkshaw (2005)
Aufführungsdauer:61'35 (10'19, 11'40, 20'16, 02'03, 08'53, 08'24)
Ausgaben: CD: Pentatone Classics PTC 5186501
Bem.: Die vi-de-Stlle im Gloria wird nicht gespielt.

Matthias Janz
Herrath Eicker, Glency Halliday, Erland Hagegard, Arnold Busshoff
Flensburger Bachchor, Schleswig-Holsteinisches Landessinfonieorchester
Aufnahmedatum: 11.6.1981 Live (Flensburg, Deutsches Haus)
Aufführungsdauer: *58'28 (10'01, 11'11, 19'00, 02'09, 08'13, 07'54)
Ausgaben: Video: YouTube
Bem.: YouTube-"Film" ohne Bild; die Aufnahme setzt sich offensichtlich aus diversen Mitschnitten desselben Konzertes von unterschiedlicher Klangqualität  zusammen. Dere Klang ist sehr mäßig; der Schlussakkord des Agnus Dei wird abrupt abgebrochen.

Eugen Jochum
Maria Stader, Claudia Hellmann, Ernst Haefliger, Kim Borg
Chor u. Symphonieorchesterdes Bayerischen Rundfunks, Anton Nowakowski (Orgel)
Aufnahmedatum: 4.-6.7/1962
Fassung/Partitur: 1881, Haas (Lovallo: Nowak)
Aufführungsdauer: *57'24 (09'10, 11'43, 19'03, 02'11, 07'15, 08'02
Ausgaben: LP: DG 18829, DG 138 829, DG 2543 815, DG 2720 054 (5 LP); CD: DG 423 127-2 (4 CD), DG POCG-3511/4 (4 CD), DG 447 409-2 (2 CD, mit 1. u. 2. Messe), DG POCG-3613/4 (2 CD, mit 1. u. 2. Messe), DG 00289 4796197 (3 CD, mit u.a. Messe 1, 2 und 3 und Motetten)
Bem.: Die vi-de-Stelle im Gloria (T. 170-179) wird nicht gespielt.

Eugen Jochum
Kari Lövaas, Marga Schiml, Wieslav Ochman, Kurt Moll
Wiener Jeuness Chor, Bruckner Orchester Linz
Aufnahmedatum: 1972/73
Fassung/Partitur: ‘Originalfassung'
Aufführungsdauer: (nur Agnus Dei)
Ausgaben: Videofilm Das Leben Anton Bruckners (1974) von Hans Conrad Fischer (Hänssler Verlag, Neuhausen/Stuttgart o.J.)

Gebhard Kaiser
Elke Holzmann, Renate Nabor, Lutz-Michael Harder, Mark Stehle
Kantorei St. Ansgarii, Bach-Orchester Bremen
Aufnahmedatum: 4.9.1974 Live (Bremen, St. Ansgarii)
Fassung/Partitur: vermutlich Erstdruckpartitur (Edition Schalk)
Aufführungsdauer: *58'07 (09'32, 11'10, 18'26, 02'10, 08'37, 08'12)
Ausgaben: LP: Pallas KL3
Bem.: Die vi-de-Stelle im Gloria (T. 170-179) wird ausgelassen.

Maurice Kessler
Beverly Hunziker, Eunice Luccock, Glenn Schnittke, Daniel Harris
The Oberlin Musical Union, The Conservatory Orchestra
Aufnahmedatum: 4.12.1949 Live (Oberlin College, Cleveland)
Ausgaben: LP: Ausgabe des Colleges?
Bem.: Soweit feststellbar die erste vollständige Tonaufnahme der f-Moll-Messe! Undeutlich ist allerdings, ob die Aufnahme (auf 2 LPs) nur als Rundfunkmitschnitt (16 inch, Radio Station WTAM, Cleveland/Ohio) existiert, oder auch als LP dem Publikum zugänglich war. S. die Angaben bei WorldCat.

Maurice Kessler
Sara Carter, Lois Fisher, Paul Knowlwes, Howard Hatton
The Oberlin Musical Union, The Oberlin Orchestra, Leo Holden (Orgel)
Aufnahmedatum: 7.12.1952 Live (Finney Memorial Chapel (Oberlin College, Ohio)
aufführungsdauer: *55'14 (08'11, 10'18, 17'55, 03'19, 08'06, 07'25)
Ausgaben: LP: Yeoman Records 15-21 12-1
Bem.: Allem Anschein nach erste öffentliche Ausgabe der Messe auf LP.

Bernhard Klee
Edith Mathis, Doris Soffel, Aldo Baldin, Robert Holl
Chor des Städtischen Musikvereins zu Düsseldorf, Düsseldorfer Symphoniker
Aufnahmedatum: 1./3.4.1987 Live (Düsseldorf, Tonhalle)
Ausgaben: CD: Archiv des Städtischen Musikvereins zu Düsseldorf, vol. 2 (nicht im Handel)

Maynard Klein
Karen Emens (S), Warren Jaworski (Bar.)
University of Michigan Choir, University Orchestra
Aufnahmedatum: Saison 1963/64
Aufführungsdauer: (nur Kyrie und Gloria) *09'45, *11'26
Ausgaben: LP: vermutlich Ausgabe der Universität
Bem.:  Die LP (mit der Angabe: "Record 2") enthält neben einigen anderen Werken nur die ersten zwei Sätze der Messe; mehr ist offenbar nicht erschienen. - Im Goria singt auch ein Alt als Solistin mit; ihr Name wird unterschlagen. - Die vi-de-Stelle im Gloria (T. 170-178) wird nicht gespielt

Franz Anton Krager
Cynthia Clayton, Melanie Sonnenberg, Joseph Evans, Timothy Jones
Houston Symphony Chorus, Symphony Orchestra Moores School of Music (University of Houston)
Sigurd Øgaard, Orgel
Aufnahmedatum: 26./27.4.2013 Live (Grace Presbyterian Church, Houston/Texas)
Aufführungsdauer: *60'23 (06'18, 10'00, 11'41, 19'02, 02'17, 08'53, 08'30)
Ausgaben: CD: www.abruckner.com; BluRay Audio: High Definition Tape Transfers BDMCH341
Bem.: CD mit dem Symphonischen Präludium und dem 3. Ave Maria (WAB 7). - Die vi-de-Stelle im Gloria (T. 170-178) wird gespielt. 

Roswitha Krahwinkel
Annelie Ewald-Bouillon, Ingrid Müglich, Bernhard Schneider, Heinz Jungbluth
Matthäus-Kantorei Hürth
Aufnahmedatum: 4.11.1990 Live (Alt-Hürth, Pfarrkirche St. Katharina)
Aufführungsdauer: *60'51 (10'26, 12'28, 19'34, 02'17, 08'12, 07'54)
Ausgaben: Kass.: Ausgabe des Chores
Bem.: Die vi-de-Stelle im Gloria (T. 170-179) wird gespielt.

Ricardo Luna
Ildiko Raimondi, Lorena Espina, Alexander Kaimbacher, Marcos Fink
Wiener Madrigalchor, Chorvereinigung Schola Cantorum, Symphonieorchester der Wiener Volksoper
Aufnahmedatum: 22.6.2008 Live (Wien, Musikvereinssaal)
Fassung/Partitur: Fs. 1883, Ed. Hawkshaw (2005)
Aufführungsdauer: *57'11 (10'21; 11'01; 17'39; 02'22; 07'31; 08'17)
Ausgaben: CD: Ausgabe des Wiener Madrigalchors WMCH 024 (nicht im Handel)
Bem.: Die vi-de-Stelle im Gloria wird nicht gespielt. 

Mark Mast
Jeanette Bühler, Claudia Schneider, Georg Poplutz, Dominik Wörner
Konzertchor des Schwarzwald Musikfestivals, Moldavische Staatsphilharmonie Iasi (Rumänien)
Aufnahmedatum: 11.4.2008 Live (Freudenstadt, Stadtkirche - Eröffnungskonzert des Schwarzwald-Musikfestivals 2008)
Aufführungsdauer: **65'03 (11'06, 11'49, 20'47, 02'12, 10'15, 08'54)
Ausgaben: CD: Ausgabe des Festivals Zeitklänge 301009
Bem.: Die vi-de-Stelle im Gloria (T. 170-179) wird nicht gespielt.

Lovro von Matacic
Heather Harper, Jean Rigby, Keth Lewis, Richard Van Allen
Philharmonia Chorus & Orchestra
Aufnahmedatum: 8.3.1981 Live (London, Royal Festival Hall)
Aufführungsdauer: **64'13 (11'43, 12'26, 20'14, 02'30, 08'14, 09'06)
Ausgaben: CD: Premiere Opera 4286 (2 CD, zus. mit Dvorak, Te Deum)
Bem.: Vermutlich handelt es sich hier um ein Piratenlabel. - Die vi-de-Stelle im Gloria (T. 170-179) wird nicht gespielt.

Cornelius Meister
Ruth Ziesak, Janina Baechle, Benjamin Bruns, Günther Groissböck
Wiener Singakademie, ORF Radio Symohonie Orchester Wien
Aufnahmedatum: 23.6.2015 Live (Wien, Großer Konzerthaussaal, im Rahmen der Wiener Festwochen 2015)
Aufführungsdauer: **62'37 (10'59, 10'57, 19'48, 02'18, 09'33, 09'02)
Ausgaben: CD: Capriccio C5247 (2 CD, zus. mit der 9. Symphonie)
Bem.: Die vi-de-Stelle im Gloria wird nicht gespielt.

Isamu Miyadera
Harumi Kobayashi, Akiko Ogawa, Akihide Kobayashi, Akiya Fukushima
Saitama Daiku Chorus, Tokyo New Philharmonic Orchestra
Aufnahmedatum: 18.7.1992 Live (Bmiya Sonic City, Saitama/Japan)
Fassung/Partitur: Version Schalk-Wöss
Aufführungsdauer: *63'04 (10'25, 12'37, 20'51, 02'14, 08'41, 08'16)
Ausgaben: Video: YouTube

Riccardo Muti
Ruth Ziesak, Ingeborg Danz, Herbert Lippert, Carlo Colombara
Chor und Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Aufnahmedatum: 25.10.2002 Live (München. Herkulessaal der Residenz)
Aufführungsdauer: *63'11 (11'10, 12'38, 18'56, 02'02, 09'28, 08'57)
Ausgaben: CD: En Larmes ELS-12-902
Bem.: Die vi-de-Stelle im Gloria (T. 170-179) wird nicht gespielt.

Maria van Nieukerken
Dorothy Grandia, Hester Dam, Aart Mateboer, Frans Huyts
Krashna Muzika Delft, Groot Concertkoor Amsterdam
Aufnahmedatum: 11.6.2004 Live (Amsterdam, Westerkerk)
Aufführungsdauer: *58'22 (10'33, 11'12, 18'22, 02'09, 08'25, 07'41)
Ausgaben: CD: Ausgabe Krashna Muzika Delft (nur chorintern?)
Bem.: Die vi-de-Stelle im Gloria (T. 170-179) wird nicht gespielt.

David Nott
Nancy Barrett von Nordheim, Donna Schober, Sammy Scifres, Robert Donalson
Illinois Wesleyan University Collegiate Choir, Chapel Choir, University Orchestra
Aufnahmedatum: 28.4.1968 Live (Westbrook Auditorium)
Aufführungsdauer: *52'09 (09'01, 08'56, 16'39, 02'10, 07'49, 07'34)
Ausgaben: CD: SoundByte Studios CC-10.1 (SBS-128.10.1)
Bem.: Die vi-de-Stelle im Gloria (T. 170-179) wird nicht gespielt.

John Oliver
Mary Lee Cirella, D'Anna Fortunato, Dean Boring Wilder, John Davies
M.I.T. Glee Club, Mount Holyoke Concert Choir, Orchester ungenannt
Aufnahmedatum: ca. 1972? (Boston oder South Hadley, Massachusetts)
Aufführungsdauer: 53'00 (*09'37, *11'47, *12'38, *02'26, *07'32, *08'20) (s. Bem. unten)
Ausgaben: LP: Brass RAT LP BR-01972
Bem.: Die Aufnahme macht einen professionellen Eindruck - die Plattenhülle indes weniger, sowohl in der läppischen Aufmachung wie vor allem in der ungenauen Schreibweise der Namen der Solisten: Marylee Cirella [recte: Mary Lee Cirella], D'anna Fortunato [recte: D'Anna Fortunato], Dean Wilder [recte: Dean Boring Wilder]. John Berky hat die richtigen Namen recherchiert. Völlig unverständlich ist allerdings, weshalb man den Anfang des Credos (immerhin 116 Takte!) weggeschnitten hat - das LP-Etikett sagt auf Seite 1 beim Credo lediglich "excerpts" und auf Seite 2 am Anfang "conclusion". Eine Angabe der Gesamtdauer der Aufnahme ist also nicht aussagekräftig.

John Oliver
Cheryl Studer, Susan Watson, Karl Dan Sorensen, Gordon Holleman
M.I.T. Choral Society, Orchester ungenannt
Aufnahmedatum: 13.3.1977 Live (Cambridge/Mass., Sacred Heart Church)
Aufführungsdauer: *62'12 (10'05, 11'54, 19'41, 02'36, 08'34, 09'22)
Ausgaben: LP: Ausgabe des Chores MITCS-77 A-C (2 LP, zus. mit Mozart, Vesperae Solemnes de Confessore KV 339)
Bem.: Die vi-de-Stelle im Gloria T. 169-178 wird nicht gespielt.

Erwin Ortner
Maria Brojer, Maria Bayer, Kurt Azesberger, Roland Streiner
Chor der Internationalen Chorakademie '87, Niederösterreichisches Kammerorchester
Aufnahmedatum: 18.7.1987 Live (Krems, Dominikanerkirche)
Aufführungsdauer: *52'51 (09'07, 09'54, 16'53, 02'05, 07'23, 07'29)
Ausgaben: Kass: icak 64.24300
Bem.: Die vi-de-Stelle im Gloria (T. 170-179) wird nicht gespielt.

Seiji Ozawa
Genia Kühmeier, Monica Groop, Herbert Lippert, Günther Groisböck
Aufnahmedatum: 11/2005
Ausgaben: CD: Antec AM 2513
Bem.: Falschmeldung im Katalog von Antec: Ozawa dirigierte im November 2005 in Wien und Rom mit denselben Solisten das Te Deum (s. dort) Bruckners .

Roberto Paternostro
Alexandra Lubchansky, Julia Oesch, Jörg Dürrmüller, Duccio dal Monte
Philharmonischer Chor Stuttgart, Württembergische Philharmonie Reutlingen
Aufnahmedatum: 6/2007 Live (Basilika Weingarten)
Ausgaben: CD: Label? Auf der Website des Dirigenten steht die Messe unter den "CD recordings"

Lukas Christian Reinitzer
Natalie Hackel, Esther-Maria Wyss, Paolo Vignoli, Flurin Tschurr
Akademischer Chor Zürich, Universitätsorchester Düsseldorf, Siegfried Engel (Orgel)
Aufnahmedatum: 7.2.1998 Live (Schaffhausen, Kirche St. Johann)
Aufführungsdauer: *61'19 (11'07, 11'44, 19'02, 02'19, 08'53, 08'14)
Ausgaben: CD: Ausgabe des Chores

Franz Reißner
Regina Klepper, Mihoko Fujimura, Jonas Kaufmann, Walter Heldwein
Chor und Orchester St. Josef, Tutzing
Aufnahmedatum: 28.11.1999 Live (Tutzing, Pfarrkirche St. Josef)
Aufführungsdauer:
Ausgaben: CD: Ausgabe des Chores (2 CD, nur für Mitglieder)

Karl Richter
Sona Ghazarian, Margarita Lilowa, Anton Dermota, Ernst Gerold Schramm
Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde Wien, Tonkünstlerorchester Wien
Aufnahmedatum: 16.6.1974 Live (Wien, Großer Musikvereinssaal, im Rahmen der Wiener Festwochen)
Fassung/Partitur: vermutlich Erstdruckpartitur (Schalk)
Aufführungsdauer: *59'02 (10'14, 11'06, 19'01, 02'06, 07'58, 08'37)
Ausgaben: CD: Kapellmeister KMS-064
Bem.: Die vi-de-Stelle im Gloria (T. 170-179) wird gespielt.

Helmuth Rilling
Verena Schweizer, Elisabeth Glauser, Uwe Heilmann, Matthias Görne
Gächinger Kantorei Stuttgart, RSO Stuttgart
Aufnahmedatum: 8./14.12.1992
Aufführungsdauer: *61'15 (10'56, 11'15, 18'44, 02'25, 08'43, 09'12)
Ausgaben: CD: Hänssler 98.983, Hänssler Classic Laudate 98.460 (Romantic Choral Music, zus. mit 2. Messe und Psalm 150; 8 CD), Hänssler 98.845/002 (2 CD), Brilliant Classics 92002 (3 CD, zus. mit 1. (Matt) u. 2. Messe, Te Deum und Psalm 150), Kreuz Plus 1870 (12 Sanctus, nur Sanctus), Hänssler Profil PH 13007 (Anton Bruckner - The Collection, 20 CD, vol. 14)
Bem.: Einspielung ohne Orgel! - Bem.: Die vi-de-Stelle im Gloria (T. 170-179) wird nicht gespielt.

Heinz Rögner
Magdalena Hájossyová, Rosemarie Lang, Andreas Schmidt, Hermann Christian Polster
Rundfunkchor Berlin und RSO Berlin
Aufnahmedatum: 9/1988
Aufführungsdauer: (BC) *55'21 (08'45, 11'37, 18'04, 01'54, 06'31, 08'30)
Ausgaben: CD: Ars Vivendi 2100 173, Berlin Classics 0092472BC, Deutsche Schallplatten TKCC-15040, Deutsche Schallplatten 2100173, ART 18 257-2 (nur Kyrie), Tokuma (Japan) 25 TC-305, Berlin Classics BER 184632 (2 CD, zusammen mit Te Deum und 2. Messe), Brilliant Classics 94669 (3 CD, zus. mit Messe Nr. 1 unter Matt, Messe Nr. 2 und Te Deum unter Rögner) 
Bem.: Die vi-de-Stelle im Gloria (T. 170-179) wird nicht gespielt.

Heinz Rögner
Gabriele Fontana, Bogna Bartosz, Christian Elsner, Hermann Christian Polster
Rundfunkchor Leipzig, RSO Leipzig
Aufnahmedatum: 20.11.1996 Live
Aufführungsdauer: *59'17 (10'05, 11'45, 18'31, 02'08, 07'56, 08'52)
Ausgaben: CD: En Larmes ELS 03 313
Bem.: Die vi-de-Stelle im Gloria (T. 170-179) wird nicht gespielt.

Edmond Saveniers
Annelies Meskens, Dina Grossberger, Jan Caals, Johan Uytterschaut
Chor (Einstudierung: Kurt Bikkembergs) und Orchester des Lemmensinstituts
Aufnahmedatum: 26. oder 27.11.1998 (Live, Lemmensinstituut Leuven oder St.-Hilariuskirche Wevelgem)
Ausgaben: CD: Digi Classics 9806039-1 (Dank- en Huldeconcert in memoriam Mgr. Alfred Daelemans)

Gerd Schaller
Ania Vegry, Franziska Gottwald, Clemens Bieber, Timo Riihonen; Florian Sonnleitner (Solo-Violine), Roland Metzger (Solo-Viola), Bernhard Heinrichs (Solo-Oboe)
Philharmonischer Chor München, Philharmonie Festiva
Aufnahmedatum: 6.9.2015 Live (Abteikirche Ebrach)
Aufführungsdauer: *59'48 (10'28, 12'20, 19'52, 02'23, 07'46, 06'59)
Ausgaben: CD: Profil Hänssler PH16034 (2 CD, zus. mit Psalm 146 u. Oeuvre für Orgel)
Bem.: Die vi-de-Stelle im Gloria wird nicht gespielt. - Das Beiheft gibt irrtümlicherweise als Aufnahmedatum Juli 2015 an.

Marcus Strümpe
Elmira Kuguschewa, Susanne Schlegel, Wolfram Wittekind, Thomas Peter
Schola des Collegium Albertinum Bonn, Musikverein Homberg e.V., Kantorei und Orchester der Pauluskirche Duisburg-Hochfeld
Aufnahmedatum: 7.3.2004 Live (Homberg, Liebfrauenkirche)
Aufführungsdauer:
Ausgaben: CD: Ausgabe der Kantorei

Alexander Sumski
Maria Venuti, Ruth Sandhoff, Viesturs Jansons, Andreas Reibenspies
Staatschor der Republik Lettland „Latvija", Mitglieder des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg
Aufnahmedatum: 16.5.2004 Live (Friedrichshafen, Schlosskirche)
Aufführungsdauer: **59'53 (10'31, 10'23, 18'35, 02'13, 09'36, 08'35)
Ausgaben: CD: Bodenseefestival BSF 04 (16. Internationales Bodenseefestival 2004 - Romantik, 2 CD)
Bem.: Die vi-de-Stelle im Gloria (T. 170-179) wird nicht gespielt.

Robin Ticciati
Hanna-Elisabeth Müller, Anke Vondung, Dominik Wortig, Franz-Josef Selig
Chor des Bayerischen Rundfunks, Bamberger Symphoniker
Aufnahmedatum: 4/2013
Aufführungsdauer: 62'11 (11'15, 11'46, 18'22, 02'25, 08'55, 09'12)
Ausgaben: CD: Tudor 7193
Bem.: Die vi-de-Stelle im Gloria (T. 170-179) wird nicht gespielt.

Constantin Trinks
Alexandra Lubchansky, Alexandra Petersamer, Lucian Krasznec, Rudolf Rosen
Chor des Städtischen Musikvereins zu Düsseldorf, Düsseldorfer Symphoniker
Aufnahmedatum: 11./14.4.2014 Live (Live Düsseldorf, Tonhalle)
Ausgaben: CD: Archiv des Städtischen Musikvereins zu Düsseldorf, vol. 167

Frederick Waldman
Judith Blegen, ?, Kenneth Riegel, ? West
Chor?, Orchester? (New York Philharmonic Orchestra?)
Aufnahmedatum: 16.4.1975 Live (New York)
Aufführungsdauer: *? (07'51, 11'04, 16'52, 01'51, 06'51, ca. 6'30)
Ausgaben: CD: Disco Archivia 443
Bem.: Die CD-Rs des Labels Disco Archivia repräsentieren durch fehlende Informationen über die Interpreten und sogar Titel der einzelnen Werke, durch fehlendes Label-Etikett und fehlendes Cover die primitivste Stufe einer Piraten-Ausgabe. Oft fehlen Tracks für die einzelnen Sätze; manchmal segeln die Aufnahmen unter falscher Flagge und stimmt weder der Name des Orchesters und/oder der des Dirigenten noch das Aufführungsdatum bzw. -jahr! Diese CD war ausserdem gegen Ende zu nicht mehr abspielbar, so dass sich eine exakte Aufführungsdauer nicht angeben lässt. Es handelt sich um eine in-audience-Aufnahme. - Bem.: Die vi-de-Stelle im Gloria (T. 170-179) wird gespielt.

Ludwig Wegesin
Andréana Kraschewski, Juliane Berg, James McLean, Stefan Adam
Propsteichor Billerbeck, Mozartchor Hagen, Madrigalchor Laer, Neue Philharmonie Westfalen
Aufnahmedatum: 12/2002 Live (Billerbeck, Dom)
Aufführungsdauer:
Ausgaben: CD: Ausgabe des Chores (nur chorintern erhältlich)

Max Wehrli
Verena Landolt, Margrit Conrad, Joseph Raeber, Jakob Staempfli
Gemischter Chor der Evangelischen Lehranstalt Schiers, Vorarlberger Funkorchester
Aufnahmedatum: 14.2.1959
Aufführungsdauer: *53'39 (08'23, 11'34, 18'01, 01'55, 07'06, 06'40)
Ausgaben: LP: Studio für Elektroakustik Thun (Mono)

Franz Welser-Möst
Jane Eaglen, Birgit Remmert, Deon van der Walt, Alfred Muff
Linzer Mozart-Chor, London Philharmonic Orchestra
Aufnahmedatum: 10/1995
Fassung: Nowak 1962
Aufführungsdauer: *57'32 (09'42, 12'07, 18'57, 02'03, 06'11, 08'32)
Ausgaben: EMI CDC5 56168 2, EMI TOCE-55006
Bem.: Die vi-de-Stelle im Gloria (T. 170-179) wird gespielt.